SEPTEMBER 2026
Sophia Süßmilch / HAU
Etwas Schreckliches wird passieren: Die Menschenfresserin
PERFORMANCE
HAU1 / 12.+13.9., 15.+16.9. / Premiere
Ein Abend über die Macht der Wut und darüber, was passiert, wenn sie eskaliert.
Etwas ist außer Kontrolle geraten. Unter der Oberfläche einer rationalisierten, erschöpften Gesellschaft stauen sich Gefühle, für die es keinen Ort mehr gibt: Angst, Trauer, Sehnsucht und Wut. Aber wer hat überhaupt ein Recht auf Wut?
Weibliche Körper stehen seit jeher im Zentrum gesellschaftlicher Projektionen, Kontrolle und Vereinnahmung. Sie werden konsumiert, bewertet, reguliert und begehrt – sexuell, emotional, reproduktiv, visuell und zunehmend auch digital. Gleichzeitig existiert eine tief verwurzelte Angst vor wütenden Frauen. Weibliche Wut gilt als hysterisch, irrational und gefährlich.
Die Berliner Künstlerin Sophia Süßmilch entwickelt mit “Etwas Schreckliches wird passieren” am HAU ihre erste Inszenierung am Theater – eine Performance über weibliche Wut und verdrängte Gefühle. Im Zentrum steht die Menschenfresserin, die das gewohnte Verhältnis radikal umkehrt: Sie bleibt nicht länger Objekt des Konsums, sondern wird selbst zum konsumierenden Subjekt.
In einem interdisziplinären Zusammenspiel aus Tanz, Schauspiel und Musik entsteht mit acht Performenden eine bildgewaltige Welt aus Horror, Groteske, Clowns-Ästhetik und musikalischem Exzess.
Theresa Reiwer
Internet Explorer
INSTALLATION / GAME
12.+13.9., 18.-20.9. / HAU3
Mit ihrer begehbaren Installation untersucht die Berliner (post)digitale Künstlerin Theresa Reiwer die Vision des Web als demokratisches, solidarisches Gemeingut, das dem Menschen verpflichtet ist, statt seiner Verwertung.
Das Netz war einst utopische Verheißung globaler Verbundenheit. Dem gemeinschaftlichen Entdecken ist inzwischen die algorithmisch choreografierte Bubble gewichen. Mit der Plattformökonomie hat sich die Art, wie wir uns online begegnen, verändert. Seitdem prägen uns Profitorientierung und systemisch verstärkte Konflikte, die sich aktuell zu faschistischen Strukturen verfestigen und ebenso in physische Räume drängen.
In der Kulisse eines Internetcafés bewegen sich die Gäste von “Internet Explorer” in Kleingruppen durch essayistische Videowelten und Mini-Games, die die digitale Gegenwart mit vergangenen Online-Momenten verweben. Gemeinsam mit einer spekulativen KI als Begleiterin und Betriebssystem gehen sie der Frage nach, ob sich das Versprechen von Zugang und Teilhabe jemals eingelöst hat oder bestehende Machtverhältnisse lediglich neu organisiert wurden.
Nach “Lasting Generation” (Premiere am HAU 2024) ist dies die zweite HAU-Koproduktion mit Reiwer.
Mithu Sanyal
Nein: Gegen die Militarisierung der Gegenwart
Buchpremiere / Moderation: Margarita Tsomou
DIALOG
18.9. / HAU1
“Pazifismus ist nur etwas für Friedenszeiten? Ja, dann brauchen wir ihn auch nicht.” Eine schallende Antwort auf die allgemeine Kriegsrhetorik
Was heißt die “Zeitenwende” gerade für linkes Denken, das sich doch vor Kurzem noch für Fürsorge, Gewaltkritik und Friedenspolitik starkmachte? Wenn Pazifismus inzwischen als lächerlich, verantwortungslos oder querdenkerisch gilt, sollten wir uns Sorgen um die Grundlagen unseres Miteinanders machen. In “Nein: Gegen die Militarisierung der Gewalt” stellt Mithu Sanyal mit kluger Schärfe und liebevoller Fassungslosigkeit unbequeme Fragen, ohne die globalen Aggressionen zu verharmlosen. Bei der Buchpremiere am HAU Hebbel am Ufer wird die Autorin im Gespräch mit Margarita Tsomou (HAU-Kuratorin für Theorie und Diskurs) unter anderem darüber sprechen, dass eine Welt ohne Gewalt kein fernes Ideal ist – sondern die drängendste unserer Aufgaben.
Mithu Sanyal wurde 1971 in Düsseldorf geboren, sie ist Schriftstellerin, Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und Kritikerin. 2009 erschien ihr Sachbuch “Vulva. Das unsichtbare Geschlecht”, 2016 “Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens”, 2021 erschien bei Hanser ihr erster Roman “Identitti”, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises war und mit dem Literaturpreis Ruhr und dem Ernst-Bloch-Preis ausgezeichnet wurde, 2024 ihr zweiter Roman “Antichristie”. 2026 erhielt sie den Heinrich-Mann-Preis für Essayistik.
Gabor Maté im Gespräch mit der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international
When Trauma and Politics Intersect: Germany, Palestine and Israel
DIALOG
21.9. / HAU1
Als weltweit bekannter Arzt, Traumaspezialist und Autor erreicht Gabor Maté ein Millionenpublikum. Medizin, Psychologie und Neurowissenschaften verbindend betont er, dass psychische Störungen, Suchtverhalten und Autoimmunerkrankungen ihren Ursprung häufig in unverarbeiteten Traumata haben. Seine Arbeit ist teils biografisch geprägt: Als Kind überlebte er den Holocaust. Maté widmete sein Leben dem Verständnis von menschlichem Leid und der Hilfe für andere als Akt menschlicher Solidarität.
Er ist der Ansicht, dass die tragische Dreiecksbeziehung zwischen deutschen, jüdischen und palästinensischen Interaktionen, auch wenn stark von den traumatischen Geschichten aller drei Völker geprägt, tief in einer Machtpolitik verwurzelt ist, die Narrative verzerrt und zu verengten Perspektiven führt. Das Ergebnis ist, dass die eigentlichen Ursachen nicht angegangen werden.
Am HAU Hebbel am Ufer wird Gabor Maté als ehemaliger Führungskader in der zionistischen Jugend über seine Besuche in Gaza und im Westjordanland berichten, darunter auch über seine Arbeit in der Traumatherapie im Westjordanland im Jahr 2022. Im Anschluss findet ein Gespräch statt.
Eine Kooperation von medico international und HAU Hebbel am Ufer
Gob Squad
Doppelgänger/Doppelganger
PERFORMANCE
24.-27.9. / HAU2 / Deutsche Premiere
“Doppelgänger/Doppelganger” ist eine performative Reise in die verschlungenen Tiefen und Abgründe einer Spiegelwelt, wo das, was wir glauben zu sein – einzigartig und unverwechselbar – sich zu vervielfältigen beginnt. In dieser Welt der Verdopplungen und Projektionen, des Vergessens und Erinnerns und der ewigen Selbstbeschwörung stecken die Performer*innen von Gob Squad in einer endlos scheinenden Party fest.
Aber niemand scheint noch zu wissen, was es eigentlich zu feiern gibt. Hatte nicht jemand Geburtstag? Es gibt Kuchen und Luftballons und alles wird mit der Kamera festgehalten: Jemand hat ein Foto gemacht! Und darauf sehen wir doch aus, als hätten wir eine gute Zeit …
Gefangen in dieser Party-Schleife suchen Gob Squad schließlich im Publikum nach Gründen zu feiern. Und nach möglichen Doppelgänger*innen, um sich selbst zu erweitern, zu konfrontieren, vollständig auszuschalten oder sich aufzulösen in Vielen. Der Tanz mit dem Selbst beginnt. Aber wer führt hier wen, und durch wessen Geschichte? Was spricht durch wen und wie viele? Und wer entscheidet überhaupt, was als Nächstes geschieht?
Die Geburtstagsgesellschaft kippt in eine surreale Vision voller unerwarteter Wendungen, in der verschiedene Identitäten und Stimmen unerbittlich darum kämpfen, gehört zu werden und uns die geteilte Verantwortung für etwas, das mehr ist als wir selbst, als utopisches Déjà-vu begegnet.
Nach der Premiere bei den Wiener Festwochen feiert die Performance nun am HAU ihre Deutsche Premiere.
Ligia Lewis & Liz Rosenfeld
ENFLESHED
TANZ / PERFORMANCE
25.–28.9. / HAU3 / Premiere
Ligia Lewis und Liz Rosenfeld begegnen sich an den Schnittstellen von Wissen, Zugang, (Un-)Lesbarkeit und (Un-)Sichtbarmachung. Sie navigieren einen politisch aufgeladenen Raum und erforschen Familiengeschichten durch Bewegung, Tanz und Gesang. Durch ein seltsam vielschichtiges und nuanciertes Spiel mit den Porträts ihrer Väter – ein Tanz zwischen Hommage und Kritik – sprechen sie über das, was sie erben (oder ablehnen) und hinterfragen mit Humor die Möglichkeiten radikaler Koalition, ausgehend von ihrem eigenen Miteinander.
Kiss Facility
Konzert
MUSIK
29.9. / HAU1
Kiss Facility ist das Projekt der emirati-ägyptischen Sängerin Mayah Alkhateri und des irisch-chilenischen Produzenten Salvador Navarrete alias Sega Bodega. Auf ihrem gefeierten Debütalbum “KHAZNA” verschmelzen schwebende Gitarren, Trip-Hop und Club-Pop mit arabischem Gesang zu einem ebenso intimen wie futuristischen Sound. Zwischen Shoegaze, Sehnsucht und elektronischer Dekonstruktion erschaffen Kiss Facility eine eigene musikalische Sprache, in der Liebe, Erinnerung und Freiheit nachhallen.
Luanda Casella & Pablo Casella / NTGent
Trouble Score
PERFORMANCE
30.9.+1.10. / HAU2 / Deutsche Premiere
Ein alter Familienskandal, bruchstückhafte Krimigeschichten und die Suche nach Heilung: In ihrem Erzählkonzert “Trouble Score” verweben Luanda und Pablo Casella Humor, magischen Realismus und Musik zu einer berührenden, provokanten Reise durch Trauma, Erinnerung und Verbundenheit.
Die Geschwister Luanda Casella und Pablo Casella, aus Brasilien stammend und heute in Belgien lebend, begeben sich auf die Spur eines alten Familienskandals. Aus einem Geflecht bruchstückhafter Kriminalgeschichten entfaltet sich nach und nach eine unglaubliche Erzählung, in der kindliche Unschuld auf die verzerrte Realität eines Traumas trifft – vor dem Hintergrund von Rassentrennung und Militärdiktatur.
Mit viel Humor und Kompliz*innenschaft fängt “Trouble Score” den fantastischen, mysteriösen und oft halluzinatorischen Charakter familiärer Dynamiken ein. Die Show bedient sich des magischen Realismus, um negative Ereignisse in Popsongs, Bewältigungsstrategien in überspitzte Analogien und ungesunde Muster in heilende Mantras zu verwandeln.
Mit “Trouble Score” kehren die langjährigen künstlerischen Partner*innen Luanda Casella und Pablo Casella zu den Anfängen ihrer Zusammenarbeit zurück: dem Erzählkonzert. In ihrem unverwechselbaren Stil fügen sich vielschichtige Texte, Sound-Samples sowie voraufgezeichnete und live gespielte Musik zu einer komplexen Komposition zusammen. Das Ergebnis ist ein heilendes Fest und ein Ausdruck tiefer, dauerhafter Verbundenheit.
Die bei NTGent angesiedelte Theatermacherin Luanda Casella ist nach “Ferox Tempus – Terror at its best” (2022), “Killjoy Quiz” (2023) und “Short of Lying” (2024) jetzt bereits zum vierten Mal am HAU zu Gast.
OKTOBER 2026
Love is a Verb #2
We, the Heartbroken
FESTIVAL
Mit Rébecca Chaillon und Sandra Calderan, Ali Chahrour, Kubra Khademi, Jolie Ngemi, Annie Sprinkle & Beth Davis, SOAP & SKIN, Vlatka Horvat u.a.
Wir leben in einer Zeit der Erschöpfung. Kriege, autoritäre Tendenzen, gesellschaftliche Polarisierung und die Klimakrise prägen unseren Alltag. Viele der Kämpfe der letzten Jahre – für soziale Gerechtigkeit, demokratische Teilhabe, feministische und queere Rechte oder eine lebenswerte Zukunft – geraten unter Druck. Die Welt, nach der wir uns sehnen oder auf die wir hingearbeitet haben, fühlt sich oft weiter entfernt an als je zuvor.
Ausgangspunkt für “Love is a Verb #2: We, the Heartbroken” ist ein gleichnamiger Essay der Kulturtheoretikerin Gargi Bhattacharyya. Darin beschreibt sie Herzschmerz nicht als privates Gefühl, sondern als politischen Zustand. Wer die Gewalt, die Ungleichheit und die Verluste unserer Gegenwart wirklich wahrnimmt, kann davon nicht unberührt bleiben. Herzschmerz wird zum Ausdruck einer Welt, die verwundet – und zugleich zum Ausgangspunkt für Solidarität. Denn gerade in der gemeinsamen Erfahrung der Verletzlichkeit entsteht die Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu treten.
Das Festival bringt Künstler*innen, Autor*innen und Denker*innen zusammen, die sich mit den Brüchen unserer Gegenwart auseinandersetzen und fragen, wie wir in ihnen weiterleben können. Ihre Arbeiten handeln von Erinnerung und Widerstand, von Migration und Exil, von unerfüllter Liebe und politischer Enttäuschung. Sie fragen, wie Menschen unter den Bedingungen von Krieg, Verlust und gesellschaftlichem Umbruch ihre Handlungsfähigkeit bewahren – und welche Formen von Gemeinschaft in einer zunehmend fragmentierten Welt entstehen können.
She She Pop
Alles Mögliche
PERFORMANCE / Wiederaufnahme
“Alles Mögliche” ist ein spielerisches Happening, das Chaos und Konzeptkunst vereint: Alles ist erlaubt – solange es vorher angekündigt wird. So entsteht ein lebendiges, unvorhersehbares Theatererlebnis, das Regeln hinterfragt, Gemeinschaft neu verhandelt und die Kraft der kollektiven Imagination feiert. Dabei steht die Verheißung von Zäsur und Neubeginn am Anfang des Abends. Darin schließt die Performance direkt an “Bullshit” an, die vorangegangene Show von She She Pop am HAU, in welcher der Theaterraum symbolisch verramscht wurde. Was jetzt folgt, ist “Armes Theater” im Sinne einer entwaffnend ungeschützten Begegnung. Und eine Feier der einzigartigen Gegenwart im Theater.
Gegenmacht. Ein Crash-Kurs in konkretem Antifaschismus
Eine Diskursreihe von Arne Semsrott (FragDenStaat) und HAU Hebbel am Ufer
DIALOG
Die Diagnose ist gestellt: Der Rechtsruck ist real, die Faschisierung der Gesellschaft schreitet voran – und die Empörung darüber auch. Doch zwischen Analyse und Handlung klafft eine Lücke. “Gegenmacht. Ein Crash-Kurs in konkretem Antifaschismus”, die neue Diskursreihe des HAU Hebbel am Ufer mit Arne Semsrott (FragDenStaat), möchte diese schließen und einen Schritt weiter gehen. Welche Möglichkeiten von Gegenmacht gibt es? Wie kann Antifaschismus ganz konkret funktionieren?
Die Reihe bringt Menschen auf die Bühne des HAU1, die die Antworten auf diese und andere zentrale Fragen nicht nur kennen, sondern bereits leben: Whisteblower*innen, Campaigner*innen, Kläger*innen, Comedians, Youtuber*innen oder Tik Toker*innen zeigen ihre effizientesten Strategien.
LET’S PLAY I AM OLD AND TIRED
Ein Live-Gaming-Theater mit Total Refusal und Theater im Bahnhof
THEATER
Mit Hilfe mehrerer Gaming-Laptops und unter Live-Regie schaffen Total Refusal und Theater im Bahnhof aus Graz auf der Bühne eine fesselnde Performance – eine Geschichte über Realitätsflucht und Erschöpfung, über den Rückzug in digitale Hütten an digitalen Seen, über das Älterwerden und die Müdigkeit sowie über die Sehnsucht nach einem Paradies voller Trost und Genuss.
Shieveh Theater Company
The Shadows
THEATER
“The Shadows” erzählt heutige Geschichten von Menschen, die auffallend an bekannte Figuren der griechischen Tragödie erinnern. Ohne antike Anleihen tauchen Ödipus, Antigone und Medea plötzlich inmitten unserer Gegenwart auf. Zum einen ist da ein Mann, der als Erwachsener erfährt, dass er während der argentinischen Militärdiktatur geraubt wurde und bei einer fremden Familie aufwuchs. Daneben steht eine Journalistin, die ihren Bruder sucht, der als Arzt in einem Kriegsgebiet verschwunden ist. Schließlich flieht eine Frau mit Mann und Kind nach Europa. Auf der Suche nach Erfüllung des Versprechens für ein besseres Leben wird sie betrogen, verlassen und bleibt schließlich allein in einem Flüchtlingslager zurück. Die iranische Regisseurin und Autorin Afsaneh erzählt von ihrer Recherche, von realen Biografien, von Momenten, in denen sie erkennt: Diese alltäglichen und modernen Leben folgen denselben Mustern wie in alten Tragödien. Klassische Themen wie Macht, Schuld, Loyalität und Verrat sind nicht vergangen, sondern noch immer hochaktuell. “The Shadows” verhandelt die Fragen nach Schuld, Gesetz und persönlicher Verantwortung nicht theoretisch. Diese sind existenziell und politisch.
NOVEMBER 2026
Philippe Sands, Herta Däubler-Gmelin und Wolfgang Kaleck
On Justice #11: 80 Jahre Nürnberger Prozesse (AT)
DIALOG
Anlässlich von 80 Jahren Nürnberger Prozesse diskutieren der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands – Gewinner des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2026 –, die Juristin und ehemalige Bundestagsabgeordnete Herta Däubler-Gmelin und der international renommierte Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck.
NO LIMITS
Disability & Performing Arts Festival Berlin
PERFORMANCE / THEATER / TANZ
Deutschlands größtes und wichtiges Festival für Disability & Performing Arts zeigt zum 12. Mal was passiert, wenn die Frage nach Barrierefreiheit den Ausgangspunkt eines kreativen Prozesses bildet und Künstler*innen mit Behinderungen nicht nur mitmachen, sondern in allen künstlerischen Funktionen den Hut auf haben. Das HAU ist einer der vielen Spielstätten in der Stadt.
Kat Válastur
Dive into You
TANZ
Wiederaufnahme
In “Dive into You” verbindet die Choreografin und Performerin Kat Válastur die symbolträchtige Figur des weiblichen Orakels mit den photosynthetischen Prozessen und dem Wachstum von Bäumen. Indem sie diese Analogie in den Theaterraum überträgt, schafft sie ein mitreißendes Solo – und lässt darin dynamische Elemente wie Schwingungen, Spiralen und Kreise sichtbar werden. Inspiriert von den tiefen, resonanten Klängen des Holzschlaginstruments Semantron, entfaltet sich eine perkussive Choreografie, getragen von einer Komposition des Musikers Aho Ssan und Válasturs eigener Stimme.
Interrobang
Enter the Blackbox
PERFORMANCE
Premiere
Wie verändert die verborgene Logik von KI-Systemen unsere Welt? Die Berliner Gruppe Interrobang, die sich schon lange mit KI im Theater beschäftigt, hackt die Theater-Blackbox, um Licht in das Dunkel der KI-Boxen zu bringen. Zwischen Projektionen, Schnüren und Laserlinien wird das Publikum selbst zu “Token” in einem analogen neuronalen Netzwerk. Kommt in unsere Blackbox und erlebt, wie maschinelle Entscheidungen uns verbinden, isolieren oder transformieren. Play the system, bevor es euch spielt!
Isabelle Schad
Piece of Changes
TANZ
Premiere
“Piece of Changes” ist ein Stück der Wandlungen und zugleich eine Suche nach Wandel. Im Zeitalter multipler Krisen setzt die neue Kreation der Tänzerin und Choreografin Isabelle Schad der aktuellen, kollektiven Ohnmacht körperlich erfahrbare Formen des Widerstandes, der Durchlässigkeit und der Verbundenheit entgegen. In einer kraftvollen Choreografie verhandelt eine Gruppe von 11 Tänzer*innen gemeinsam mit dem Drummer und Komponisten Anders Vestergaard ihre Körperlichkeit und sucht nach Möglichkeiten, durch physische Verausgabung, rhythmische Dynamiken und zwischenmenschliche Resonanz ihre gesellschaftliche Haltung sicht- und spürbar zu machen.
DEZEMBER 2026
andcompany&Co.
Die Umsiedler*innen: Ackern gegen das Anthropozän
THEATER
Premiere
Die Grüne Revolution frisst ihre Kinder: andcompany&Co. schreiben Heiner Müllers DDR-Skandalstück “Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande” fort. Die Erde ist durch intensive Landwirtschaft, Erhitzung und Artensterben akut bedroht, doch die Menschheit träumt vom Auswandern ins All. Eine Crew hartgesottener Habitat-Bewohner*innen versorgen die Pflanzen und pflegen die Böden. Der Rest fragt sich: Müssen wir den Planeten verlassen oder endlich lernen, ihn anders zu bewohnen?
Laura Tontsch
Nocturne Catalyst (AT)
PERFORMANCE / GAME
Premiere
“Nocturne Catalyst” (AT) ist ein App-basiertes-KI-Game-Theater-Abenteuer, in dem sich das Publikum in “Magical Girls” mit magischen Fähigkeiten verwandelt, um patriarchalem Hass im Netz kollektiv entgegenzutreten. Erweckt durch eine Vampirin, die Online-Gewalt in Stärke und Widerstandskraft verwandelt, entfesseln die Teilnehmenden queer-feministische Wut und kämpfen für Liebe und Gerechtigkeit.
Boris Nikitin
Kids (AT)
PERFORMANCE
Deutsche Premiere
“Kids” (AT) ist ein transkulturelles Live-Cinema-Projekt des Theaterregisseurs Boris Nikitin und It’s The Real Thing Studios, das junge Performer*innen aus Johannesburg ins Zentrum stellt. Dabei verbindet die Arbeit auf der Bühne Theater, Film und Performance in einer Live-Übertragung.
Ariel Efraim Ashbel and friends
Fiddler: One Night Only
DIALOG / MUSIK / PERFORMANCE
“Fiddler: One Night Only” ist eine Neufassung der Produktion “Fiddler! A Musical” (2023), die Ariel Efraim Ashbel gemeinsam mit dem Komponisten Ethan Braun und dem Solistenensemble Kaleidoskop entwickelt hat. In diesem neuen Format werden Auszüge aus der früheren Arbeit von Darsteller*innen und Musiker*innen aufgeführt, begleitet von kontextbezogenen Erläuterungen. So wird das Publikum zu einer intimen Begegnung mit dem Stoff eingeladen, der dem Abend zugrunde liegt: den performativen Praktiken, die jüdische Künstler*innen um die Jahrhundertwende entwickelten, und den Veränderungen, die sie auf ihrem Weg von den osteuropäischen “Shtetls” (kleinen Städten) bis hin zum Broadway durchliefen.
Sophie Yukiko & Marie-Zoe Buchholz
Boden
PERFORMANCE / TANZ
Wer hat das Recht auf welchen Boden? Was prägt das Verständnis von Nation und Land? In einem Duo bearbeiten die beiden Voguing und Ballroom-Culture Legenden Sophie Yukiko und Marie-Zoe Buchholz die historische Verkettung zwischen den spätmittelalterlichen Femiziden der Hexenverfolgungen, nationalsozialistischen Ideologien von Blut und Boden und aktuellen weltpolitischen Krisen. Mit Voguing begegnen sie in ihrer ersten Arbeit am HAU dem Archetypen der Hexe und nutzen Bewegungsrituale dieser Tanzkultur, um eine widerständige Geschichte über Schwarze Frauenkörper in Deutschland zu erzählen.
Christiane Rösinger / HAU
Die große Klassenrevue
MUSIK / THEATER
Wiederaufnahme
Kurz vor Weihnachten kehrt der Publikumsliebling zurück! Christiane Rösinger bringt mit “Die große Klassenrevue” eine zeitgenössische Agitpop-Revue auf die Bühne, die mit Musik und Humor heutige Klassenverhältnisse hinterfragt. Sieben Expert*innen und eine Band dekonstruieren den “Mythos Mittelschicht” und den Modebegriff “Klassismus”, widerlegen die hartnäckige Legende vom Aufstieg durch Leistung und Bildung, geben therapeutische Hilfe bei linker Erbscham und lassen das Publikum an den reichen Erfahrungen des prekären Lebens teilhaben. Ausstiegsgeschichten statt Aufstiegsgeschichten! Mit dabei sind die Schriftstellerinnen Stefanie Sargnagel und Paula Irmschler.
Sheena McGrandles
only over once (AT)
PERFORMANCE / TANZ
Premiere
“only over once” (AT) ist ein neues Duett von Sheena McGrandles und Eli Cohen, das ihre gemeinsame Auseinandersetzung mit lesbischen Sehnsüchten und Zeitlichkeiten im Anschluss an dies gefeierte Performance „as long as you want“ (2024) fortsetzt. Als Ausgangspunkt nehmen sie Sapphos Begriff „glukupikron“ – „süßbitter“ –, eine Verbindung von Gegensätzen, die unter Druck miteinander verschmolzen werden. Auf einer kargen Bühne entfalten ihre Körper gemeinsam eine körperlich aufgeladene Welt, die in dem Paradoxon des Begehrens über Klüfte, Entfernungen, Verzögerungen und historische Brüche hinweg verweilt. „only over once“ (AT) zeichnet eine Textur lesbischen Begehrens nach, das genau dort süß schmeckt, wo es wehtut, und genau dort wehtut, wo es am lebendigsten ist,
Ivo Dimchev
DI/Strauss technique
PERFORMANCE
Der Choreograf, Singer-Songwriter, Performancekünstler und Provokateur Ivo Dimchev begeistert HAU-Besuchende seit vielen Jahren. Geschickt bringt er in seinen Performances Hoch- und Subkultur, Pop und Balkanfolklore zusammen. Dabei stellt er sich nie einfach nur auf die Bühne – immer wieder fordert er sein zurückgelehntes Publikum heraus. So auch in “DI/Strauss technique”: Dimchev verwandelt das rauschhafte Potenzial der Musik von Johann Strauß in ein schweißtreibend-musikalisches Workout mit den Zuschauer*innen. In die tanzend-singende Masse platziert er Themen wie Selbstliebe, Geldsorgen, sexuelle Selbstbestimmung oder emotionale Überforderung, um darauf sofort selbst in göttlicher Absurdität künstlerisch zu reagieren.
Queer Ping Pong
DIALOG / MUSIK
Queer Ping Pong ist ein partizipatives Format, das Tischtennis, DJ-Sets, Turnier- und Rundlaufspiele, Chit-Chat und Hang-out zu einem offenen sozialen Raum verbindet. Spiel, Musik und Bewegung schaffen Begegnungen jenseits von Bühne und Zuschauen – niedrigschwellig, queer und kollektiv. Ob aktiv am Tisch, beim Tanzen oder entspannt am Rand: Jede*r ist willkommen, unabhängig von Erfahrung.
JANUAR 2027
Post Paradies
The Pitch
THEATER
Premiere
Das Theater-Kollektiv Post Paradies war im letzten Jahr gleich zwei mal am HAU: Mit ihrer Arbeit die “Die Hundekot-Attacke”, 2024 eingeladen zum Berliner Theatertreffen, und mit “Der Clowns-Kongress”, beide in Zusammenarbeit mit Wunderbaum im Kollektiv am Theaterhaus Jena entwickelt.
Nun zeigt die Gruppe ihre erste eigene Produktion mit und am HAU: In “The Pitch” pitcht ein Theaterkollektiv sich und dem Publikum Ideen für ihr nächstes Stück, das sich dem Spannungsverhältnis zwischen Hauptstadt und Provinz widmet. Eine Theatergruppe auf der Suche nach radikaler Hoffnung in Zeiten der Verunsicherung, die dafür mit einem Bus durch Brandenburg cruist und im HAU2 landet. Was als Pitch beginnt, verwandelt sich immer mehr in eine Theatervorstellung, in der die gepitchten Ideen Eigendynamik entwickeln und sich verselbstständigen. Während sie mit dem Bus durch die sozialen Bubbles reisen, die trockenen Felder Brandenburgs ziehen vorbei und Musik kommt aus dem Radio, werden ihre auf dem Weg gesammelten Inspirationen autonom und treten auf der Bühne in einen eigenwilligen Dialog.
PURPLE – Internationales Tanzfestival für junges Publikum
TANZ
Das PURPLE Tanzfestival ist ein internationales Tanzfestival, das sich auf zeitgenössische Performances für ein junges Publikum (von 3 bis 18 Jahren) spezialisiert hat. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche spielerisch für Tanz zu begeistern und einen niedrigschwelligen Zugang zu moderner Kunst zu schaffen. Das Festival findet seit 2024 im und in Kooperation mit dem HAU statt.
Tianzhuo Chen
Death by the Sun
PERFORMANCE / TANZ
Premiere
Tianzhuo Chen, der 2024 und 2025 mit seinen HAU-Koproduktionen “Ocean Cage” und “Ocean Cage: Moyang 先祖 & Seaman 漁師” für große Begeisterung beim Publikum gesorgt hat, setzt mit seiner neuen Arbeit eine langjährige Auseinandersetzung mit den Beziehungen zwischen Ökosystemen und Koexistenz, überliefertem Wissen und technologischen Zukunftsvisionen fort. In “Death by the Sun” macht der multidisziplinäre Künstler die Sonne zur zentralen Figur und zum Ausgangspunkt einer Reise, auf der er ihre Mythologien, Technologien, die sich wandelnden Vorstellungen von Solidarität und die Geopolitik der Solarenergie erforscht. Gemeinsam mit seinen Mitwirkenden Ndoho Ange, Siko Setyanto und Dis Fig schafft er einer Meditation über Zeit, Vergänglichkeit sowie menschliche und nicht-menschliche Existenz im Sonnensystem.
FEBRUAR 2027
Adam Linder
Generation
TANZ
Premiere
Im Mittelpunkt von “Generation” stehen fünf außergewöhnliche Darsteller*innen: Brooke Stamp, Justin F. Kennedy, Mickey Mahar, Stephen Thompson und Vania Doutel Vaz. Das Geflecht aus Verbindungen – sowohl in ihrer vielfältigen Erfahrung als Tänzer*innen als auch in der Geschichte von Adam Linders Arbeit – ist eine seltene Grundlage, auf der dieser Tanz entsteht. Die Spuren des Erbes des 20. Jahrhunderts in ihren Körpern, verflochten mit der Kulturpolitik des 21. Jahrhunderts, machen den einzigartigen Charakter dieser Generation von Tänzer*innen aus.
Nach Van Van Dance Company
Cellule
TANZ
Mit “Cellule” zeigt die französische Tänzerin und Choreografin Anne-Marie Van – alias Nach – eine persönliche und befreite Vision von Krump, einem Tanzstil, der Anfang der 2000er Jahre nach den Rassenunruhen in Los Angeles entstanden ist. Nach entwickelte über Jahre eine einzigartige Bewegungssprache, die Einflüsse aus Kathakali, Flamenco und experimenteller Kunst verwebt. “Cellule” ist ein getanztes Selbstporträt – eine kaleidoskopische Metamorphose ihres androgynen Körpers, der verschiedenen inneren Figuren Raum gibt. Nach erkundet in dieser Arbeit Begehren, Exzess, Angst sowie Lust und versteht sich als persönliche, zutiefst körperliche Auseinandersetzung mit Krump und seiner Geschichte.
Kysy Fischer & ABA NAIA
naked and exhausted
TANZ / PERFORMANCE
Premiere
Nach dem Gastauftritt ihrer gefeierten Arbeit “Super Superficial” (März 2026), kommt die Regisseurin und Performerin Kysy Fischer mit ihrem Kollektiv ABA NAIA nun für die Premiere ihrer HAU-Koproduktion zurück: “naked and exhausted” ist eine Performance in zwei Solo-Akten – zwei radikale Porträts, die aufeinandertreffen, ineinander greifen. In “naked” performt Kysy Fischer Nacktheit als politische Erinnerung. In “exhausted” dekonstruiert Rafaella Marques Sprache als Widerstand. Die Performance ist ein choreografischer Dialog über Ausgrenzung, Begehren und Sichtbarkeit.
Trajal Harrell / Zürich Dance Ensemble
Late to the Party
TANZ
In “Late to the Party” nähert sich Trajal Harrell, einer der international bedeutendsten Choreografen der Gegenwart, der Musik von Nina Simone aus einer verspäteten, aber umso dringlicheren Perspektive. Ausgangspunkt der Arbeit ist eine persönliche Begegnung, deren Resonanz sich erst Jahrzehnte später entfaltet: die Entdeckung von Nina Simone als Stimme, als Körper, als Haltung. Zwischen Musik, klassischer Form und radikalem Ausdruck bewegend, fragt die Choreografie danach, was geschieht, wenn diese Elemente voneinander getrennt und neu zusammengefügt werden. Eine Performance über das Zuhören, das Vermissen und das späte, unwiderrufliche Verfallen in einen Bann.
MÄRZ 2027
“After Now” (AT)
Ein Festival des HAU Hebbel am Ufer
Mit Magda Szpecht u.a.
THEATER / PERFORMANCE / TANZ / MUSIK
Das spartenübergreifende Festival “After Now” (AT) nimmt Krieg als neuen Dauerzustand unserer Gegenwart in den Blick. Lokale und internationale Künstler*innen thematisieren die gesellschaftlichen Folgen der neuen Alltäglichkeit militärischer Logiken und befragen aktuelle und vergangene Narrative, historische Spuren sowie spekulative Zukunftsszenarien rund um Krieg und Frieden. Das künstlerische wird durch ein diskursives Programm ergänzt.
Tagung: Pazifismus ≠ Passivität
Gegen die Militarisierung der Gegenwart
Im Rahmen von “After Now”
Die Zeitenwende hat eine neue Unausweichlichkeit erzeugt: Aufrüstung gilt als Vernunft, Pazifismus als Naivität, Kritik als Gefährdung. Wer heute fragt, ob Krieg die einzige Antwort auf Krieg ist, sieht sich mit dem Verdacht konfrontiert, die Realität nicht zu verstehen – oder noch schlimmer: die falsche Seite zu unterstützen.
Diese Tagung im Rahmen des Festivals “After Now” nimmt den Verdacht ernst – und kehrt ihn um. Sie versammelt Stimmen aus Theorie, Kunst, Journalismus und Aktivismus, die nicht wegschauen von den globalen Aggressionen, aber auch nicht kapitulieren vor dem Kriegstaumel. Denn Frieden ist keine sentimentale Option. Er ist eine politische Praxis, eine kritische Methode, ein Widerstandsimpuls. Und in Zeiten beschleunigter Militarisierung radikaler denn je.
gut&&günstig
ALIEN:ATED (AT)
PERFORMANCE / GAME
Premiere
Einsamkeit isoliert, sie manipuliert unsere Wahrnehmung, formt Erinnerungen und betrifft Menschen in jedem Alter. Gerade deshalb lädt das Kollektiv gut&&günstig in ihrer ersten Arbeit am HAU ein generationsübergreifendes Publikum dazu ein, gemeinsam der Einsamkeit zu begegnen. In “ALIEN:ATED” (AT) wird die Bühne des HAU3 zu einem interaktiven Spielfeld: Hier navigieren die Teilnehmenden durch das Unterbewusstsein der Protagonist*in Neila und tauchen Schritt für Schritt gemeinsam tiefer in deren Erinnerungen und Träume ein.
APRIL 2027
Nature Theater of Oklahoma
Pizza oder Eine Tür in der Dunkelheit tanzt nicht & Victory Over the Sun
THEATER
Das Nature Theater of Oklahoma, ein preisgekröntes Kunst- und Performance-Kollektiv aus New York, kehrt endlich zurück ans HAU. In seiner neuen Performance “Pizza oder Eine Tür in der Dunkelheit tanzt nicht” lädt das Kollektiv das Publikum zu einer Pizzaparty ein, bei der nichts unmöglich scheint – nicht einmal ein Portal ins Jenseits. Zwischen geheimen Spielregeln, absurden Choreografien und Musiktheater-Klischees entsteht ein Abend von kompromisslosem Tempo und starkem Sog – über den Sinn des Lebens, das Sterben, Pizza und alles dazwischen. Dabei zeigt das Kollektiv einmal mehr, wie aus Alltäglichem Kunst entstehen kann.
Zudem zeigt das HAU ihre neue Arbeit “Victory Over the Sun”, das erste Mal in Berlin!
Carolina Bianchi Y Cara de Cavalo
A Cordial Light - CADELA FORÇA TRILOGY III
THEATER
Deutsche Premiere / Koproduktion
Mit “A Cordial Light” bringt Carolina Bianchi nach “The Bride and the Goodnight Cinderella“ und “The Brotherhood“ den abschließenden Teil ihrer 2023 ins Leben gerufenen Trilogie “Cadela Força” ans HAU. Die Trilogie versteht sich als kritische Auseinandersetzung mit Sprache, Kunstgeschichte, Theater und Autor*innenschaft im Zusammenhang mit sexueller Gewalt und dem Patriarchat. Anstatt Schlussfolgerungen zu ziehen, eröffnet die brasilianische Dramatikerin neue Denkansätze.
“A Cordial Light” beleuchtet den Schreibprozess hinter dieser Recherche. Auf dieser Reise wird Carolina Bianchi von zwei literarischen Figuren begleitet: der brasilianischen Dichterin Hilda Hilst und der Amerikanerin Emily Dickinson. Diese Schriftstellerinnen, die zu mystischen Wesen werden, fordern sie auf, zu offenbaren, wie der Akt des Schreibens für sie untrennbar mit Sexualität verbunden ist: ein Ort der Fantasie und ein körperlicher Akt, der oft von Gewalt geprägt ist. Die Darstellerin offenbart sich auf der Bühne durch eine Reihe von Alter Egos. An ihrer Seite finden die neun Darstellenden ihrer Compagnie Cara de Cavalo ihren Weg durch ein Labyrinth, das von magischen Gesetzen beherrscht wird – und verlieren sich darin. Ein letztes Mal lädt Carolina Bianchi uns ein, die rätselhafte Wüste zu durchqueren, die “Cadela Força” ausmacht, und uns ihrem Schwindelgefühl hinzugeben.
18. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin
Die 18. Ausgabe von “ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin” findet zum dritten Mal in Kooperation mit dem HAU statt: Das Festival bietet eine breite Auswahl an Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen, mit einem künstlerisch anspruchsvollen Programm zu aktuellen Themen. In der ALFILM Selection wird die Vielfalt des zeitgenössischen arabischen Kinos anhand neuer Produktionen der letzten zwei Jahre präsentiert.
A MAZE. / Berlin
International Games and Playful Media Festival
Zum dritten Mal kooperiert das HAU mit dem Amaze Berlin - international Games and Playful Media Festival. In gemeinsamer Kooperation ist im HAU2 am letzten Festivaltag eine Gaming-Performance zu sehen.
MAI 2027
Ariel Efraim Ashbel and friends
THE SONG OF SONGS (AT)
PERFORMANCE
Premiere
“THE SONG OF SONGS” ist ein neues performatives Konzert von Ariel Efraim Ashbel and friends, das an die Traditionen jüdischer Künstler*innen mizrachischer Herkunft anknüpft. Das kulturelle Erbe der Mizrahi-Juden – ein Begriff, der Menschen aus dem Nahen Osten, Nordafrika und der Arabischen Halbinsel bezeichnet – ist ebenso reichhaltig wie im europäischen Kontext unterrepräsentiert. Die neue Arbeit am HAU wird gemeinsam mit einem internationalen Team aus Künstler*innen und Musiker*innen entwickelt und stützt sich auf das Werk bedeutender jüdischer Künstler*innen und Wissenschaftler*innen aus dem Jemen und Ägypten.
JUNI 2027
She She Pop
Hymne
Premiere
Mit “Hymne” machen She She Pop das Publikum zum Chor. Dabei knüpfen sie an die früheren Inszenierungen “Besessen” (2016) und “Oratorium” (2018) an, in denen Interviews Grundlage der späteren chorisch gesprochenen Bühnentexte waren. Inspiriert von Brechts Lehrstücken gibt es keine unbeteiligten Zuschauer*innen: Alle können die Bühne betreten, Texte sprechen und Position beziehen. Aus spontanen Chören entsteht eine lebendige Versuchsanordnung über Vereinzelung und Zugehörigkeit, Vertrauen und Solidarität, Widerspruch und Verantwortung. Im gemeinsamen Sprechen, Summen, Singen oder Tanzen wird Öffentlichkeit als vielstimmige Gemeinschaft erfahrbar – und jede Aufführung zu einer neuen Konstellation.