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Burning Futures #5: Beyond The End Of The World? / Podcast

Mit T.J. Demos & Otolith Group (Anjalika Sagar und Kodwo Eshun)

Der Kunsttheoretiker T.J. Demos, Autor von “Against the Anthropocene” und “Decolonizing Nature”, trifft bei dieser Podcast-Ausgabe von “Burning Futures” auf Anjalika Sagar und Kodwo Eshun des Künstler*innen-Kollektivs The Otolith Group. Ausgehend von ihrem aktuellen Film “INFINITY Minus Infinity“ berührt das Gespräch Themen wie die Verbindung von Genoziden und Ökoziden am Ursprung des “Anthropozäns”, die Biopolitik von Staatsbürgerschaft und Deportation sowie den Verlust, um den sich die Black-Lives-Matter-Bewegung formiert, aber auch das Potenzial der Kunst, ökofiktionale und afrofuturistische Zukunftsvisionen zu entwickeln, die über das Ende der Welt hinausgehen.

“INFINITY Minus Infinity” der Otolith Group dient als Ausgangspunkt der Podcast-Diskussion “Beyond the end of the world? Unacknowledged Loss, ethnischer Kapitalismus und ökofiktionale Zukunftsvorstellungen“, dem fünften Teil der Reihe “Burning Futures: On Ecologies of Existence”.

Der Film von 2019 erweist sich als bedeutender Beitrag zum Verständnis des historischen Hintergrunds des heutigen ethnischen Kapitalismus und der aktuellen Black-Lives-Matter-Bewegung. Er konfrontiert die bis heute andauernden Nachwirkungen der Sklaverei durch den imperialen britischen Kapitalismus mit den Kräften und Fiktionen der schwarzen feministischen digitalen Kosmologie des 21. Jahrhunderts.

Mittels Tanz, Performance, Musik, Rezitation und digitaler Animation erschafft der Film eine transhistorische Zone, in der die niemals zu tilgenden Schulden des ethnischen Kapitalismus untrennbar mit den fortdauernden Verbrechen der Klimakatastrophe verbunden werden, und zeigt auf diese Weise, dass ethnischer Genozid und Ökozid gleichermaßen am Ursprung des “Anthropozäns” liegen.

Der Film vereint eine Reihe von Einflüssen, darunter die moderne Lyrik der jamaikanischen Dichterin Una Marson, die alluvialen Beschwörungen des martinikanischen Philosophen und Dichters Èdouard Glissant, die schwarze feministische Poetik der brasilianischen Philosophin Denise Ferreira da Silva und die Theorie der ethnischen Verfasstheit der Geologie der britischen Geografin Kathryn Yussoff. Mit ihnen wird ein schwarzer feministischer Kosmos entworfen, der von den Grundsätzen des mathematischen Nihilismus beseelt wird.

Burning Futures: On Ecologies of Existence / Podcast und Film

#5 Beyond The End Of The World? – Unacknowledged loss, racial capitalism and ecofictional futurity / Mit T.J. Demos, Kodwo Eshun und Anjalika Sagar
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Podcast-Produktion: Fritz Schlüter. Sprecher: Orlando de Boeykens. Jingle: Sonja Deffner
Eine Veranstaltungsreihe des HAU Hebbel am Ufer. Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mit freundlicher Unterstütung der Heinrich-Böll-Stiftung.