Spielplan

Burning Futures: On Ecologies of Existence / Podcast und Film

#5 Beyond The End Of The World? – Unacknowledged loss, racial capitalism and ecofictional futurity / Mit T.J. Demos, Kodwo Eshun und Anjalika Sagar

Im Rahmen von Unacknowledged Loss II
Im Rahmen von #HAUonline

Podigee

Im ökophilosophischen Denken wird Verlust immer wieder vor dem Hintergrund von Vorstellungen des nahenden Endes der Welt thematisiert, etwa wenn über den Verlust von Arten und Biodiversität, den Verlust von Landschaft und Lebensräumen oder den Verlust von Menschenleben gesprochen wird, aber auch über die wechselseitige Bedingtheit dieser verschiedenen Arten von Verlust, was letztlich in der Frage des Verlusts von Zukunft überhaupt kulminiert.

Die Corona-Krise hat die Konfrontation mit dem Verlust noch einmal verschärft: In die Rede vom “schleichenden Tod” von Ökosystemen brach Corona als potenziell “rascher Tod” ein. Einmal mehr zeigte sich die ungleiche Verteilung der Risiko- und Fürsorgeinfrastrukturen und offenbarte damit auch die nekropolitischen Prioritäten eines kolonialen Governance-Habitus. Demonstriert wurde auf diese Weise, welche Leben als hinreichend wertvoll erachtet werden, “geschützt” zu werden oder als “trauerwürdig” zu gelten. Gegen eben diese Tradition des Gewalt- und Todes-Regimes im Namen weißer Vorherrschaft erhebt sich die aktuelle Black-Lives-Matter-Bewegung.

Vor diesem Hintergrund setzt der Theoretiker T.J. Demos, der sich in Büchern wie “Against the Anthropocene” und “Decolonizing Nature” mit der Gewalt des Kapitalozäns auseinandergesetzt hat, in seiner Diskussion mit dem preisgekrönten, von Anjalika Sagar und Kodwo Eshun gegründeten Künstler*innen-Kollektiv Otolith Group an. Ausgehend von ihrem aktuellen Film “Infinity Minus Infinity“, der auf HAU 3000 auch für zwei Wochen zu sehen ist, berührt das Gespräch Themen wie die Verbindung von Genoziden und Ökoziden am Ursprung des “Anthropozäns”, die Biopolitik von Staatsbürgerschaft und Deportation und den Verlust, der der Black-Lives-Matter zugrunde liegt, aber auch das Potenzial der Kunst, ökofiktionale und afrofuturistische Zukunftsvisionen zu entwickeln, die über die Prophezeiung eines Endes der Welt hinausgehen.

Auf HAU3000 können Sie ab dem 5. Juli für zwei Wochen kostenlos den Film “INFINITY Minus Infinity“ anschauen.

Termine

  • Vergangen
    So 5.7.2020, 10:00 / Podigee

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