Alles wird gut, oder?

von Tactical Tech

Alles wird gut, oder? Das können Sie in der Outdoor-Ausstellung “Everything Will Be Fine” von Tactical Tech in Koproduktion mit dem HAU Hebbel am Ufer herausfinden.

Wir leben in einer Zeit globaler Krisen. Die Probleme sind bekannt: Klimawandel, Pandemien, politische Polarisierung – aber anstatt eine koordinierte Lösung zu finden, erleben wir, wie wir uns immer weiter voneinander entfernen.

Von den Versprechungen der künstlichen Intelligenz bis hin zur Verbreitung von Verschwörungstheorien auf Social-Media-Plattformen werden digitale Technologien sowohl als Lösung für unsere Krise als auch als deren Ursache verstanden. Doch wie verändern digitale Technologien unsere Reaktion, die Kontrollmechanismen, die wir zur Abschwächung von Krisen einsetzen, und die Zukunft, die wir uns vorstellen? 

Die Freiluftausstellung “Everything Will Be Fine” lädt die Besucher*innen ein, einen selbst gewählten Weg einzuschlagen, um diesen und anderen Fragen kritisch und proaktiv nachzugehen.

Die Ausstellung ist in einer aufblasbaren Struktur unter freiem Himmel untergebracht, die vom tschechischen Architekturbüro Kogaa entworfen wurde, und wird durch ein hybrides Erlebnis ergänzt, auf das die Besucher*innen über ihre Mobiltelefone zugreifen können. Die Gastgeber*innen der Ausstellung werden vor Ort sein, um weitere Informationen zu geben und Fragen zu beantworten.

Fünf Fakten über die Ausstellung “Everything will be fine”:

1. “Everything will be fine”: Zwischen Trost und Zweifel

“Everything will be fine” oder “Alles wird gut” ist eine weltweit beliebte Redewendung. Unabhängig von der Sprache wird dieser Ausdruck oft verwendet, um sich selbst und andere in schwierigen Zeiten zu trösten.

Mit “Everything will be fine” wird ein Gespräch in Gang gesetzt, das sowohl Gefühle des Trostes als auch des Zweifels an unserem Vertrauen in die Technologie beinhaltet. Wird wirklich alles gut werden? Wird die Technologie uns helfen, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen, oder wird sie sie eher noch verschlimmern?

Wie auch immer die Antworten ausfallen, die Ausstellung lädt dazu ein, über diese Themen aus einem kritischen und gleichzeitig konstruktiven Blickwinkel heraus nachzudenken.

 

2. Eine öffentliche Intervention, die für alle zugänglich ist

Tactical Tech und HAU bringen “Everything Will Be Fine” auf die Straße, in einen öffentlichen Raum ohne Barrieren, in dem ein interessiertes Publikum, Neugierige und Passant*innen frei eintreten und mit den verschiedenen Elementen interagieren können.

Die Ausstellungen von Tactical Tech sind von Natur aus performativ: Orte der Begegnung, Interaktion und Reflexion. Räume, in denen das Publikum selbst Teil der Erfahrung ist. Die Ausstellungen von Tactical Tech nutzen das Format von Museumsausstellungen, stellen aber bewusst traditionelle kulturelle Erfahrungen in Frage: Die Grenzen zwischen Betrachtenden und Teilnehmenden verschwimmen.

3. Eine Reise der Selbstreflexion: Digitale Panik, Sorge, Zweifel und Hoffnung

Mehr denn je spielt die Technologie in Krisenzeiten eine entscheidende Rolle. “Everything Will Be Fine” füllt eine Lücke im Gespräch über die Rolle, die Technologien in einer Krise spielen, von der Wahrnehmung der Menschen und ihren Reaktionen auf eine Krise bis hin zu den Lösungen, die wir suchen, und den Zukünften, die wir uns vorstellen.

Der äußere Ring der Ausstellung zeigt Bilder von Künstler*innen aus aller Welt, darunter Paolo Cirio, Marjolijn Dijkman, Disnovation.org, Olalekan Jeyifous, Vladan Joler, Egor Kraft, Agnieszka Kurant, Sybille Neumeyer, Liam Young und andere.

Die Künstler*innen erkunden den Einsatz von Technologien wie KI, maschinelles Lernen, Satelliten-, Drohnen- und Wärmebilder als Reaktion auf Krisen. Manchmal spielerisch, manchmal provokativ, hinterfragen sie die Hoffnungen und Ängste, die in den menschlichen Reaktionen auf die drängendsten Themen unserer Zeit zum Ausdruck kommen.

 

4. Von Überwachung und Einflussnahme bis hin zu Zukunftsphantasien

Die Ausstellungsreise wird im “inneren Ring” fortgesetzt. Man betritt einen Raum des Lernens und der Reflexion, in dem verschiedene Perspektiven vorgestellt werden und in dem das Publikum mit Themen in Verbindung treten kann, die es interessieren.

Anhand der Arbeiten von Künstler*innen, Forscher*innen und Technolog*innen können die Besucher*innen sich damit auseinandersetzen, wie unsere alltäglichen digitalen Werkzeuge durch Krisenzeiten beeinflusst werden, aber auch mit der Überwachung in der Stadt, alternativen technologischen Lösungen und Zukunftsphantasien. Jedes der Panels beleuchtet andere Fragen und baut auf den Themen auf, die in den Bildern der Kunstwerke auf der Außenseite angesprochen werden.

 

5. Eine hybride Erfahrung: Ein Kreislauf aus Interaktion und Engagement

Die hybride Online-Komponente der Ausstellung kann von den Besucher*innen der Ausstellung auf ihren Handys oder Tablets betrachtet werden. Sie spiegelt wider, wie wir als Publikum immer häufiger neue Orte besuchen (indem wir sie auf unseren Smartphones nachschlagen und mit unseren Freunden teilen) und erweckt eine bildbasierte Ausstellung im Freien zum Leben.

Die Besucher*innen können die vorgestellten Arbeiten – einschließlich Kurzfilmen, Führungen und interaktiven Arbeiten – direkt betrachten, was der Ausstellung eine weitere Ebene verleiht. Das hybride Erlebnis ermöglicht es den Besucher*innen, die Arbeiten mit Freund*innen zu teilen oder sie zu speichern und mit nach Hause zu nehmen, wenn sie die Ausstellung verlassen.

Über die Kurator*innen

Die Ausstellung wird von Stephanie Hankey und Marek Tuszynski in Zusammenarbeit mit Christy Lange und Katerina Gnafaki kuratiert und von Tactical Tech produziert, einer internationalen Non-Profit-Organisation, die Erlebnisse und pädagogische Interventionen schafft, die die Menschen dazu einladen, kritisch über ihre Beziehung zur Technologie und darüber nachzudenken, wie sie die Welt, in der sie leben, verändert. Tactical Tech hat die Wanderausstellung “The Glass Room” entwickelt, die inzwischen in über 50 Ländern zu sehen war.

Bild oben: NewfrontEars

Im Programm von “Spy on Me #4”:

Tactical Tech / HAU
Everything Will Be Fine 
14.9.–4.10.2022 / Vorplatz Deutsches Technikmuseum

Weitere Informationen

Festivalprogramm “Spy on Me #4 – New Companions”