Rébecca Chaillon und Sandra Calderan sind sowohl auf der Bühne als auch im Privatleben ein Paar. In dieser ausgelassenen und intimen Performance erkunden sie, was es bedeutet, “eine Familie zu gründen”. Gemeinsam laden sie das Publikum in ihre eigens geschaffene häusliche Welt ein.
Während Sandra verzweifelt versucht, aus Altholz so viele kleine Häuser wie möglich zu bauen, kommt Rébecca aus der Stadt, um dem Landleben eine Chance zu geben. Umgeben von Baumaterialien, Tapeten und Gegenständen aus ihrem Alltag überlegen sie, welchen Platz sie beide in ihrem neuen Zuhause und ihrer neuen Familie einnehmen könnten.
Das Publikum wird Zeug*in ihrer Versuche, eine perfekte Familie nachzubilden – zwischen Momenten des Feierns, der Einsamkeit, der Fantasien und des Scheiterns … Nacheinander stellen sie sich gegenseitig Fragen über die geerbte, die erfundene und die selbst gewählte Familie.
Dabei bieten sie keine fertigen Lösungen an, sondern laden das Publikum ein, sich an der Suche zu beteiligen: Wie lassen sich Familien formen, wenn die eine weiß ist, mit ihrem Ex, den gemeinsamen Kindern und der neuen Familie ihres Ex zusammenlebt, während die andere Schwarz ist, in der Stadt lebt und mehr Zeit in den Theatern Frankreichs und Navarras verbringt als in ihrer eigenen Wohnung?
Mit schelmischem Humor greifen sie die katholische Ikonografie der Heiligen Familie wieder auf. In einem großzügigen szenischen Durcheinander, das ihr Leben widerspiegelt, haben sie Freude daran, traditionelle, patriarchalische, weiße, heterosexuelle “Familienmodelle” neu zusammenzusetzen. Wie in einer Fernsehserie, die sich über mehrere Staffeln erstreckt, können ihre Überlegungen jederzeit eine andere Richtung einschlagen.