Spielplan

Ersan Mondtag und Ensemble

Joy of Life

Eine Choreografie

PerformanceTanz

Englisch / Mit deutschen Untertiteln / ca. 90 Minuten

Gemeinsam mit einem Ensemble von zehn Tänzer:innen entwickelt der Berliner Regisseur Ersan Mondtag am HAU Hebbel am Ufer seine erste choreografische Arbeit und vertieft damit die konzeptuellen und performativen Ansätze von Inszenierungen wie “De Living” (NTGent / HAU 2019). In “Joy of Life” finden sich die Tänzer:innen im Limbus wieder – in einer Welt der Ereignislosigkeit, in der sie weder sterben noch Glückseligkeit erlangen können. Nach dem plötzlichen Stillstand verfallen sie in eine bleierne Müdigkeit, werden heimgesucht von Albträumen. Um nicht ganz die Orientierung zu verlieren, versuchen sie sich mit einfachen Übungen in Form zu halten. Allmählich lernen sie, ihre Bewegungen wieder auf die anderen auszurichten, um als “corps de ballet” den Solist:innen einen fulminanten Auftritt zu verschaffen. Ihre ganze Schönheit entfalten ihre Bewegungen jedoch erst in einer individuellen Suche nach Bedeutung, in der sie manchmal zufällig auf andere treffen und doch gemeinsam eine Choreografie entwickeln. Der Tanz – oder besser das Tanzen – wird zu einer Metapher für unser “in der Welt sein”. 

Wir hören die Stimmen von Kindern und Jugendlichen aus dem Off. Aus Zeit und Raum gefallen, bevölkern sie den Limbus. Sie erinnern sich an die Weiten des Meeres und an den Moment, in dem sie begriffen haben, wie sich die Welt um sie herum ausdehnt. Sie erzählen, wie sie sich gegen ihre Eltern auflehnten, die über ihre Leben und vor allem ihre Zukunft bestimmten und von der Reise, die sie angetreten haben, als sie in die Welt auszogen – um zu tanzen. Je mehr sich ihre Schicksale der Gegenwart nähern, desto komplizierter werden die Aufgaben, vor die sie gestellt werden. Die einen organisieren Proteste und begeben sich in einen Hungerstreik, um die CO2-Emissionen zu senken und das Überleben der Menschheit zu sichern. Die anderen sind nicht bereit, die Grenzen anzuerkennen, die ihnen ihre Zukunft versperren und begeben sich auf eine tödliche Reise durch die Wüste und das Mittelmeer. Das fiktionale Gespräch basiert auf Interviews mit den Tänzer:innen des Ensembles, mit Vertreter:innen der Fridays-for-Future-Bewegung und mit Kindern und Jugendlichen, die vom afrikanischen Kontinent über das Mittelmeer nach Europa kamen. Es entsteht das Kaleidoskop einer Zeit im Umbruch, in der Kinder sich auf die Wissenschaft und das geltende Recht berufen, um ihr Überleben zu sichern. 

Team

Choreografie und Regie: Ersan Mondtag / Tanz: Daphne Fernberger, Rob Fordeyn, Dayo Kramer und Alexei Von Garnier (Kinder Ballett Kompanie Berlin), Yannick Lomboto, Philipp Joy Reinhardt, Jone San Martin, Kate Strong, Ashley Wright, Ulysse Zangs / Stimmen: Luise Aschenbrenner, Abigail Baines, Alma Berg, Emma Gough, Theo Hoffmann, Daniel Hoffmann, Noah Lapp, Greta Holly Patten / Text: Olga Bach, Diawara Bandiougou, Eva-Maria Bertschy / Musik: Benedikt Brachtel / Assistenz Sounddesign: Lukas Rabe / Bühnenbild: Stefan Britze / Umsetzung Bühnenbild: Gabi Bartel, Nina Janßen-Braje und Simon Kernen / Lichtdesign: Stefan Britze / Kostüme: Teresa Vergho / Dramaturgie: Eva-Maria Bertschy / Regieassistenz: Akin Isletme / Hospitanz: Lara Weidemann / Produktionsassistenz: Ben Mohai / Harfe: Melis Çom / Gitarre: Pedro Aguiar / Piano, Cembalo: Jean-Pierre Collot / Akkordeon: Julian Schwarz / Violine: Emmanuel Hahn / Orgel: Konstantin Esterl

Termine

  • Vergangen
    Premiere
    Sa 19.6.2021, 20:00 / HAU1
    So 20.6.2021, 20:00 / HAU1
    Do 24.6.2021, 20:00 / HAU1
    Fr 25.6.2021, 20:00 / HAU1
Hinweis:

Aufgrund eines umfangreichen PCR-Testregimes auf SARS-CoV-2 können sich die Performer:innen auf der Bühne in dieser Produktion auch ohne Mindestabstand bewegen.

Credits

Produktion: HAU Hebbel am Ufer. Koproduktion: Theater Freiburg, Kampnagel (Hamburg), Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt a. M.). Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds.

Spielorte

HAU1
Stresemannstraße 29, 10963 Berlin

Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus vorhanden. Zugang zum Parkett über separaten Eingang mit Lift möglich. Behindertengerechte Sanitäranlagen vorhanden.  Zur Anmeldung im Vorhinein wird geraten.

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