Politics of Heartbreak #1 + #2

  • Dialog
  • Musik
  • Performance
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#1 Finding Home in Becoming Strangers
Mit Anatolian Women’s Choir, Ece Temelkuran, parallelgesellschaft
Die Juristin, Schriftstellerin und Journalistin Ece Temelkuran kennt die Anatomie des Autoritarismus – und den Herzschmerz, der bleibt, wenn ein Land zur Fremde wird. Nach Jahren kritischer Berichterstattung über die Erdoğan-Regierung und Kurdistan verließ sie 2016 die Türkei. In ihrem Buch “How to Lose a Country: The 7 Steps from Democracy to Dictatorship” (2019) seziert sie, wie Demokratien schleichend zerfallen; mit “Nation of Strangers: Unsere Heimat sind wir" (2026), einem zutiefst persönlichen, aber auch politischen Blick auf die Welt, findet sie in Briefen an Unbekannte – potentiell an uns alle – eine literarische Sprache, in der sich der Verlust von Zugehörigkeit teilen lässt und aus geteilter Fremdheit neue Verbindung entsteht.

Im Anschluss an ihre Keynote kommt Ece Temelkuran mit parallelgesellschaft ins Gespräch, einem postdeutschen, intersektionalen Künstler*innenkollektiv, das seit 2017 an der Schnittstelle von kritischen literarischen Formaten, kuratorischer Praxis und politisch-poetischer Intervention arbeitet.

Gerahmt wird der Abend durch den Anatolian Women's Choir. Dieser entstand aus einem spontanen gemeinsamen Gesang bei einer Beerdigung und wurde von Frauen mit Migrations- und Exilerfahrung gegründet. Zwischen politischer Analyse und Chorstimmen entfaltet sich die zentrale Frage von “Love is a Verb”: Wie wird Herzschmerz von einem privaten Gefühl zu einem politischen Zustand, der uns miteinander verbindet.


#2 Mourning as Resistance
Mit Azadeh Ganjeh, Kubra Khademi und Simin Jawabreh
Am 19. Juli 2021 stößt die Performancekünstlerin, Wissenschaftlerin, Dramaturgin und Aktivistin Azadeh Ganjeh auf ein Instagram-Video: Darin ist der Protest einer iranischen Frau zu sehen und zu hören - doch es s bleibt unklar, wer sie ist oder was aus ihr wird. In ihrer Lecture-Performance “Not a Body for Burial” nimmt Ganjeh dieses Video zum Ausgangspunkt einer kollektiven Suche: Wer wird gesehen, wer wird gehört? Und wer gehört zu dem “Wir”, das zusieht?

Ihre Recherche führt zu Körpern, die, wie Ganjeh sagt, “dem Staat gehören, der Landkarte, dem Kriegsmuseum” – Menschen, deren Geschichten unsichtbar gemacht werden, deren Leben in Zahlen verschwinden. Indem sie eine Person, ihre Geschichte und ihren Hintergrund sichtbar macht, gibt Ganjeh ihr ein Stück Handlungsmacht zurück und erinnert daran, dass hinter den Zahlen von Menschen, die im Kampf für ihre Rechte leiden und sterben, immer ein individuelles Leben steht. Auf die Recherche folgt ein traditioneller Begräbnistanz: eine Trauer um Menschen, deren Körper nicht mehr da sind, die begraben werden könnten.

Im Anschluss trägt ein Gesprächskreis diese Frage nach Sichtbarkeit und Gehörtwerden weiter: Was geschieht mit feministischem und progressivem Widerstand, wenn er im Zuge geopolitischer Zuspitzung erneut unsichtbar gemacht wird? Azadeh Ganjeh, Simin Jawabreh und Kubra Khademi sprechen – vom Iran über Palästina und Afghanistan hinweg – über Widerstand als eine Form von Trauer: “Resistance as Grief”.

Termine

Aktuell
Sa 10.10.2026, 18:00 / HAU1

15 €, ermäßigt 9 €

Kombi-Tickets “Love is a Verb #2”(exkl. Konzert 6.10.):
3 Veranstaltungen für 30–50 €, ermäßigt 20–40 €
6 Veranstaltungen für 60–90 €, ermäßigt 40–60 €

Spielorte

HAU1
Stresemannstraße 29, 10963 Berlin

Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus vorhanden. Zugang zum Parkett über separaten Eingang mit Lift möglich. Barrierefreie Sanitäranlagen vorhanden.

HAU3000 / Positionen, Projekte, Publikationen