6.–18.10. / HAU1
Die “Vessel of Love” bildet das Herzstück des Festivals: ein Ort für Begegnungen, Gespräche, Konzerte, Performances und Lectures. Inspiriert von Ursula K. Le Guins “Carrier Bag Theory of Fiction” wird das HAU1 zu einem Gefäß für unterschiedliche Stimmen, Geschichten und Perspektiven und zeigt eine eigens für den Raum entstandene Arbeit der bildenden Künstlerin Kubra Khademi.
Im Zentrum der Vessel steht eine großformatige, auf Stoff gemalte Arbeit der afghanischen Künstlerin Kubra Khademi, die eigens für diesen Raum entstanden ist. Khademi arbeitet als Performerin und bildende Künstlerin und setzt sich in ihren Arbeiten mit patriarchaler Gewalt, weiblicher Selbstbestimmung, Körpern und Widerstand auseinander. Ihre Kunst ist geprägt von der Erfahrung, als Frau in Afghanistan aufzuwachsen und später ins Exil gehen zu müssen. Ihre Arbeiten verbinden persönliche Erfahrungen mit mythologischen und politischen Bildern und machen den weiblichen Körper zu einem Ort von Widerstand und Selbstermächtigung.
In der für die “Vessel of Love” entstandenen Arbeit begegnet eine Frau einem Drachen – einem Bild, das in der persischen Kultur für das Böse, für Täuschung und für zerstörerische Kräfte stehen kann. Khademi kehrt dabei eine traditionelle Heldengeschichte um: Nicht der männliche Drachentöter, sondern eine Frau stellt sich dem Drachen entgegen. Sie wird zur Beschützerin von Leben, Gerechtigkeit und Menschlichkeit.
Die “Vessel of Love” versteht sich als ein Raum für Widerstand, Fürsorge und Verbundenheit – ein Ort für Geschichten, Stimmen und Erfahrungen und für die Frage, wie wir in einer zunehmend herzlosen Welt füreinander Sorge tragen und andere Zukünfte denken können.
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