Spielplan

Nguyễn + Transitory (Nguyễn Baly und Tara Transitory) – “Bird Bird, Touch Touch, Sing Sing (work-in-progress)” / Dasha Rush, Valentin Tszin, Stanislav Glazov – “Les Territoires Éphémères”

Im Rahmen von “CTM 2019 – Persistence”

MusikPerformance

Die Sound- und Performancekünstler Nguyễn + Transitory (Nguyễn Baly und Tara Transitory) gastieren mit dem Projekt “Bird Bird, Touch Touch, Sing Sing (work-in-progress)”, einer immersiven ortsspezifischen Performance, die im Rahmen von “Residenzen Berlin – Detroit – Berlin“ während des HAU-Festivals “Detroit – Berlin: One Circle” entstanden ist. Die beiden erkunden queere Lebensweisen und Geschichten in Südostasien und der Diaspora ebenso wie (de)koloniale Herangehensweisen an Musik, synthetische Formen, Noise und Rhythmus. “Bird Bird, Touch Touch, Sing Sing” zelebriert Wechselseitigkeit, Verletzlichkeit, Nähe, Orientierungslosigkeit und Vertrauen als Formen des kollektiven dekolonialen Widerstands.

Ein stiller Putsch, um strukturelle Ungleichgewichte zu beseitigen, geografische Ordnungen zu zerstören und unterdrückten Narrativen Platz einzuräumen. Eine (auto)reflexive Neubewertung der unhinterfragten Hierarchie der uns aufgezwängten Werte. Ein lebendiges Werk, das das Prinzip der Erhaltung zu verkörpern versucht – um auf dem Existierenden zu beharren, ungeachtet der Bedingungen, die dessen baldige Vernichtung fördern. Den Performer*innen geht es in ihrem Stück darum, eine andere Realität zu erschaffen – durch Berührungen, Nähe und Bewegungen, die nicht einer festgelegten Choreografie folgen, sondern erst im Augenblick entstehen. Entscheidende Elemente sind der Prozess der Klangschöpfung und die gemeinsam Bewegung von Performern und Publikum, die zu einem kollektiven Körper werden. Es entsteht ein Raum der Verfremdung, unbelastet von den sozialen Konstrukten, die mit der für die moderne Welt charakteristischen Politik der Berührung und der damit verbundenen geografischen Ordnung zusammenhängen. Das Choreografieren, Komponieren und Performen findet hier nicht in den engen Grenzen künstlerischer Konzepte und Stile statt, sondern in dem flüchtigen Raum einer immersiven, installativen Performance. Die Künstler*innen gehen bewusst das Risiko ein, sich in ihrer Arbeit nicht auf ausgearbeitete dramaturgische Vorgaben und die vollständige Beherrschung der Instrumente zu verlassen. Vielmehr gehen sie von der Berührung und dem ersten Moment des Kontakts aus, was eine unvergleichliche schöpferische Offenheit ermöglicht. Gefühle, Gedanken und Intentionen im peripheren Spektrum zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten zu produzieren stellt für Nguyễn + Transitory eine der wenigen verbliebenen Möglichkeiten dar, um wieder in Kontakt mit einer verlorenen Magie zu kommen.
 

Produzentin Dasha Rush, Schauspieler und Tänzer Valentin Tszin und der visuelle Künstler Stanislav Glazov präsentieren ihr Stück “Les Territoires Éphémères” zur Aufführung bringen. Die audiovisuelle Performance adressiert anhand von generativen Bildern, Bewegung und abstrakter Poesie die Ungereimtheiten und Fehlerhaftigkeit von Erinnerung und Wahrnehmung.

Termine

  • Vergangen
    Do 31.1.2019, 19:30 / HAU2

Förderung

Nusasonic ist eine Zusammenarbeit zwischen Yes No Klub (Indonesien), Playfreely Black/Kaji (Singapur), WSK Festival for the Recently Possible (Philippinen) und CTM Festival, initiiert und ermöglicht durch das Goethe-Institut.

Spielorte

HAU2
Hallesches Ufer 32, 10963 Berlin

Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus (in der Großbeerenstraße) vorhanden. Rollstuhl-Rampe und Aufzug vorhanden. Behindertengerechte Sanitäranlagen vorhanden. Zur Anmeldung im Vorhinein wird geraten unter service@hebbel-am-ufer.de.