Spielplan

Phil Collins

Bring Down The Walls

Zum Jahrestag des Mordes an George Floyd

Film

Englisch mit deutschen Untertiteln / 88 Min.

Eine Szene von einer Tanzfläche: Mehrere PoC tanzen eng beieinander.
Eine Momentaufnahme aus einem Zuschauer:innenraum bei einer Veranstaltung. Im Hintergrund leuchtet in Neonschrift „Bring down the walls“.
Ein Foto einer Diskussionsveranstaltung auf einer Bühne mit Zuschauer:innen.

In den letzten fünf Jahrzehnten hat sich die Zahl der Gefängnisinsassen in den Vereinigten Staaten auf mehr als zwei Millionen Menschen erhöht. Sowohl durch die Privatisierung als auch die unverhältnismäßige Fokussierung auf People of Colour und die marginalisierte und arme Bevölkerung wurde das Justizsystem zu einem Werkzeug der Unterdrückung und einer Quelle wirtschaftlichen Profits. Heute ist das “Land of the Free” der größte Gefängnisstaat der Welt. Parallel zu dem steilen Anstieg der Masseninhaftierung in den 1980er-Jahren brachten die Communities von Schwarzen, Latinx und Queerpersonen eine neue Dance-Kultur hervor, die zum Ziel von Kriminalisierung und Strafverfolgung wurde.

“Bring Down The Walls” von Phil Collins betrachtet den Komplex der Gefängnisindustrie in den Vereinigten Staaten und die Bewegung zur Abschaffung von Gefängnissen aus der Perspektive der House-Music und des Nachtlebens und schlägt die Tanzfläche als einen Ort der persönlichen und kollektiven Befreiung vor, der neue Formen der gesellschaftlichen Wiederannäherung eröffnet. Am 25. Mai, dem Tag der Ermordung von George Floyd, wird diese vielschichtige, 2018 produzierte Arbeit, eine Kombination von Film und öffentlichem Kunstprojekt, in einer speziellen Preview auf HAU4 gezeigt. An die Ausstrahlung am Jahrestag jenes Ereignisses, das Massenproteste gegen den systematischen Rassismus auslöste, soll im Herbst mit der Aufführung der Arbeit vor Publikum im HAU1 angeknüpft werden.

“Das US-Gefängnissystem ist für erschütternde 25% der Häftlinge weltweit verantwortlich. Die massenhaften Inhaftierungen haben ohne jeden Zweifel verheerenden Einfluss auf ganze Gemeinschaften und richten sich in unverhältnismäßiger Weise gegen People of Colour und arme Menschen. In einem Land, das sich selbst die Grundsätze der ‘Freiheit’ und der ‘Demokratie’ auf die Fahnen geschrieben hat, steht diese Tatsache in schmerzhafter Weise nicht für Fortschritt, sondern für den Erhalt einer strukturellen Ungleichheit und den Hass gegenüber den am stärksten Benachteiligten. Dadurch wird das Leben von Millionen Menschen grundlegend verletzt – ein Problem, das uns alle beschäftigen sollte.” – Phil Collins

Team

Regie: Phil Collins / Produzent: Siniša Mitrović / Musik: Larry Heard, Robert Owens & Cameron Holmes; Empress Of & Michael Austin; Figure Skater & King Tolen; Nguzunguzu & Cinthia Candelaria; Kyp Malone & Robert Pollock; MikeQ, Ian Isiah & Amanda Cruz; L’Rain, Morgan Wiley & Patrick Gordon / Voiceover: Robert Owens / Mitwirkende: Bianca Van Heydorn, Pilar Maschi, Pedro Colazzo, James “Moe” Torres, Denis Martinez, Isaias Umali, Ivan Calaf, Shedrick Blackwell, Reuben Jonathan Miller, Jay Holder, Abigail Adams, Gladys Pizzaro, Michael Roberson, Jasmine Moore, Jarrell Daniels, Yolanda / Clubnächte: Soul Summit, House of Vogue, Brujas, Papi Juice / Schnitt: Stefan Ramiréz Pérez / Tonmischung & Klangdesign: Jochen Jezussek / Deutsche Übersetzung: Christine Gauglitz / Produktion: Shady Lane Productions

Termine

  • Vergangen
    Preview
    Di 25.5.2021, 19:00 / HAU4
Hinweis:

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos, wir möchten Sie aber ermutigen, an die folgenden Organisationen zu spenden:

KOP – die Kampagne für Opfer rassistisch motivierter Polizeigewalt
https://kop-berlin.de/spenden

Berlin Collective Action
https://www.berlincollectiveaction.com/donate

Credits

Im Auftrag von: Creative Time, New York. In Partnerschaft mit: The Fortune Society. Mit Unterstützung der Fondation Phi pour l’art contemporain, Montréal QC. Deutsche Untertitel mit Unterstützung des HAU Hebbel am Ufer.

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