Mit Hao Jingban, Minh Duc Pham, Danil Usmanov
Die Verlagerung großer Bevölkerungsgruppen – durch Arbeitsmigration, Flucht oder erzwungene Umsiedlung – vollzieht sich nicht nur über nationale Grenzen hinweg, sondern auch innerhalb von Staaten, insbesondere zwischen Metropolen und ländlichen Regionen. Die Umsiedlungen betreffen beide Seiten: Diejenigen, die wegziehen, sehen sich oft mit Rechtsunsicherheit, der Entwurzelung sozialer Netzwerke, Diskriminierung, Entfremdung und Prekarisierung konfrontiert; für die zurückgebliebenen Familien entstehen durch die Abwesenheit jüngerer und mittlerer Generationen oft Lücken in den bestehenden Betreuungs- und Unterstützungsstrukturen.
Doch Verdrängung ist nicht allein geografisch zu verstehen, sondern ist auch ein fortdauernde kulturelle und politische Erfahrung. Wie lassen sich die existenzielle Einsamkeit, die durch Lebens- und Arbeitsbedingungen geprägt wird, oder die emotionale Dissonanz, sich “zu Hause” und zugleich fehl am Platz zu fühlen, künstlerisch artikulieren?
Im Zusammenhang mit einem Trauerfall in seiner Familie in Vietnam zeichnet der deutsch-vietnamesische Künstler Minh Duc Pham in seiner Arbeit “Be Right Back” die Geschichte vietnamesischer Vertragsarbeiter*innen in der ehemaligen DDR nach. In “I understand” reflektiert die chinesische Künstlerin Hao Jingban ihre Erfahrungen mit antiasiatischem Rassismus während der Covid-Pandemie. Danil Usmanovs fotografische Arbeit “Valley of the Winds” widmet sich den Kindern von Wanderarbeiter*innen im ländlichen Kirgisistan.
All diese Arbeiten untersuchen, welche Formen der Handlungsfähigkeit aus Erfahrungen der Einsamkeit entstehen können. Im Gespräch treten die Künstler*innen und die Kuratorin Dr. Jenny Jiaying Chen in einen Dialog miteinander und diskutieren ihre Perspektiven, Arbeitsmethoden und Erfahrungen.
Tagesticket “Be Right Back” (HAU2) + “A Conversation on Displacement and Loneliness” (HAU2) + “Loneliness and Agency in Digital Spaces” (HAU2) + “Johatsu – Into Thin Air” (HAU1)
Im Rahmen von “Being Alone - Artistic Perspectives from Central and East Asia and Beyond“, ein Projekt im Rahmen von “Solitude: Loneliness & Freedom”, einer Initiative der Goethe-Institute in Ost- und Zentralasien in Kooperation mit HAU Hebbel am Ufer. In kuratorischer Zusammenarbeit mit Jenny Jiaying Chen.
Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus vorhanden. Barrierefreie Sanitäranlagen vorhanden. Es stehen vier Relaxed Seats in der ersten Reihe des HAU2 zur Verfügung.