Als weltweit bekannter Arzt, Traumaspezialist und Autor erreicht Gabor Maté ein Millionenpublikum. Medizin, Psychologie und Neurowissenschaften verbindend betont er, dass psychische Störungen, Suchtverhalten und Autoimmunerkrankungen ihren Ursprung häufig in unverarbeiteten Traumata haben. Seine Arbeit ist teils biografisch geprägt: Als Kind überlebte er den Holocaust. Maté widmete sein Leben dem Verständnis von menschlichem Leid und der Hilfe für andere als Akt menschlicher Solidarität.
Er ist der Ansicht, dass die tragische Dreiecksbeziehung zwischen deutschen, jüdischen und palästinensischen Interaktionen, auch wenn stark von den traumatischen Geschichten aller drei Völker geprägt, tief in einer Machtpolitik verwurzelt ist, die Narrative verzerrt und zu verengten Perspektiven führt. Das Ergebnis ist, dass die eigentlichen Ursachen nicht angegangen werden.
Am HAU Hebbel am Ufer berichtet Gabor Maté als ehemaliger Führungskader in der zionistischen Jugend über seine Besuche in Gaza und im Westjordanland, darunter auch über seine Arbeit in der Traumatherapie im Westjordanland im Jahr 2022. Im Anschluss findet ein Gespräch statt. Gabor Matés Vortragsreihe wird von Julia Manek und Riad Othman moderiert. Julia Manek, klinische Psychologin und Humangeografin, ist seit 2021 als Referentin für psychosoziale Arbeit für medico international tätig. Riad Othman, Historiker mit Zusatzausbildung in humanitärer Hilfe, arbeitet seit 2012 für medico zu und zeitweise in Palästina und Israel.
Preis: 18 €, ermäßigt 12 €
Eine Kooperation von medico international und HAU Hebbel am Ufer.

Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus vorhanden. Zugang zum Parkett über separaten Eingang mit Lift möglich. Barrierefreie Sanitäranlagen vorhanden.