Spielplan

Gintersdorfer/Klaßen

Exorzieren statt Exerzieren

TheaterTanz

100min

Das Wort 'puriger' ist eine Afrikanisierung des französischen Worts 'purger' und bedeutet soviel wie entleeren, jemandem ein Abführmittel geben. Die ivorischen Darsteller des Teams kennen diese Praktik genau: Man verpasst sich einen Einlauf mit Chilischoten und führt alles Schwerverdauliche ab. Gintersdorfer/Klaßen wenden das Puriger-Prinzip im übertragenen Sinn an: Was sich im Denken eingenistet und den Körper kontrolliert und deformiert hat, muss raus. Einige der Schmerzen gehen auf die vernichtende Kraft der Moderne zurück, die ihr fremde Konzepte zurückweist und als traditionell-zurückgeblieben brandmarkt. Die Postmoderne kann diese Denkweise nur bedingt aus den Köpfen treiben. Ein internationales Team aus Argentinien, USA, Deutschland und der Elfenbeinküste garantiert den Perspektivwechsel bei der Suche nach den psychisch-physischen Verkettungen. Jeder Performer hat individuelle Punkte, die kollektive Einschreibungen berühren. So wird beispielsweise die argentinische Tänzerin Cecilia Bengolea, zuletzt bei Tanz im August im HAU vertreten, die 'straight lines' einflussreicher Choreografen wie Merce Cunningham und Yvonne Rainer untersuchen, die ihre Sexualität im Tanz unsichtbar gemacht haben. Jede Heilung erfordert die nächste Heilung.         

Produktion: Gintersdorfer/Klaßen. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, FFT (Düsseldorf), Kampnagel (Hamburg). Gefördert durch den Fonds Darstellende Künst, den Kofinanzierungsfonds der Berliner Kulturverwaltung und die Rudolf Augstein Stiftung. 

Besetzung

Mit: Cecilia Bengolea, Alexander Cephus, Gotta Depri, Hauke Heumann, Peter Ott, Eric Parfait Francis Taregue alias SKelly, Margarita Tsomou, Franck Edmond Yao alias Gadoukou la Star / Regie / Konzept: Gintersdorfer/Klaßen

Termine

  • Vergangen
    Do 26.3.2015, 20:00 / HAU1
    Fr 27.3.2015, 20:00 / HAU1
    Sa 28.3.2015, 20:00 / HAU1

Spielorte

HAU1
Stresemannstraße 29, 10963 Berlin

Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus vorhanden. Zugang zum Parkett über separaten Eingang mit Lift möglich. Behindertengerechte Sanitäranlagen vorhanden.  Zur Anmeldung im Vorhinein wird geraten.