Julian Warner widmet sich Frantz Fanon und der Rolle von Gewalt im Kulturkampf. Zwischen Schlagzeugrhythmus und körperlichem Drill wird die Bühne zum Denkraum über Kolonialismus, Widerstand und die Grenze zwischen politischem Handeln und Krieg.
“Kunst ist eine Waffe.”
Ausgehend von Frantz Fanons Denken über antikoloniale Gewalt erzählt die Performance “DER SOLDAT. Ein Übergangsritual” von einem schwarzen Künstler, der feststellt, dass er zum Soldaten geworden ist. Als Kunstarbeiter betritt er die Bühne. Im Kampf um Repräsentation und Ressourcen erhält er eine Waffe – und muss sich fragen: Ist Kulturkampf Krieg?
Gemeinsam mit Markus Acher am Live-Schlagzeug durchlebt der Künstler diese Transformation noch einmal. Im Zusammenspiel von Sprache und der physischen Kraft des Schlagwerks entsteht eine sprachlich und musikalisch mitreißende Performance, die die historische Situation befragt und nach einem eigenen Verhältnis zur Gewalt sucht.
Frantz Fanon, Psychiater und Theoretiker aus Martinique, analysierte die Rolle von Gewalt in einer vom Kolonialismus geprägten Welt so präzise wie kaum ein anderer. Seine Positionen wurden von politischen Bewegungen weltweit aufgegriffen – von der Black Panther Party bis zur RAF. “DER SOLDAT” verdichtet diese Spannungen zu einem intensiven Abend über Repräsentation, Gewalt und die Frage, wann Gewalt oder ihre Abwehr notwendig wird.
“Der Soldat. Ein Übergangsritual” besteht aus zwei Teilen. Teil Eins ist eine 50-minütige musikalische Performance. Teil Zwei ist ein 60-minütiges Nachgespräch im Fishbowl Format, in dem das Publikum, angeleitet von zwei Gruppenanalytikern, das Erlebte gemeinsam durcharbeitet.