Spielplan

Michael Turinsky

Precarious Moves

PerformanceTanz

Englisch / ca. 70 Min.

Wie setzt sich ein Körper in Bewegung, dessen Verhältnis zu seiner Umgebung grundsätzlich instabil ist? In “Precarious Moves” setzt Michael Turinsky seine Untersuchung widerständiger choreografischer Positionierungen fort. Im Zentrum des biografischen Solos steht die Befragung sowohl ganz persönlicher, als auch drängender kollektiver Bedürfnisse und Notwendigkeiten. Die Wahrnehmung von Zeitlichkeit ist eine andere, wenn man im Rollstuhl sitz oder anders mobil ist, der Alltag muss unterschiedlich strukturiert werden. “Crip Time” ist ein Begriff, der sich darauf bezieht, und Widerstandspotential gegen herrschende Mobilitätskonzepte entwickelt. Schließlich hat Langsamkeit auch eine Qualität, die man nicht aus den Augen verlieren sollte in einer Gesellschaft, die ständig auf der Überholspur ist. Unter Einbeziehung der Erfahrung von Behinderung arbeitet Turinsky mit dem Konzept der “Crip Time” und wendet sich damit gegen den Imperativ der Integration von Behinderten oder anderen Körpern in die bestehenden hegemonialen Kulturen, wenn es um Mobilität geht. Dabei erkennt er jedoch die ambivalenten Bedürfnisse zwischen Geschwindigkeit und/oder Langsamkeit an. “Precarious Moves” entfaltet sich als eine ironische und humorvolle Performance, die die Verbindung des Körpers mit der sinnlichen Welt, durch die er sich bewegt, erforscht. Turinsky führt dem Publikum Grenzen und Begrenzungen, aber auch Möglichkeiten der Veränderung des Status Quo einfühlsam vor Augen.

Team

Performance, Choreografie, Text, Lyrics: Michael Turinsky / Musik, Lyrics: Tian Rotteveel / Bühne, Kostüme: Jenny Schleif / Licht: Sveta Schwin / Foto, Video: Michael Loizenbauer / Dramaturgische Beratung: Gabrielle Cram / Produktion: Anna Gräsel (groundworkers.at)

Termine

  • Vergangen
    Do 7.4.2022, 20:00 / HAU2
    Fr 8.4.2022, 20:00 / HAU2
Hinweis:

Live-Audiodeskription am 8.4.: Anmeldung bis 7.4. unter tickets@hebbel-am-ufer.de erwünscht. 

 

In Zusammenarbeit mit Gravity Access Services Berlin wird eine Live-Audiodeskription sowie eine haptische Tastführung, sog. Haptic Access Tour, für ein blindes und sehbehindertes Publikum am 8.4. angeboten. Eine Audiobeschreibung ist eine Live-Audiospur, die von einem:einer professionellen Audiobeschreiber:in über ein kabelloses Headset-System für Zuschauer:innen mit Sehbehinderungen gesprochen wird. Es bietet klare und ansprechende Beschreibungen der visuellen Details einer Aufführung. Haptic Access Tours oder auch Tastführungen (ca. 20–30 Minuten) sind Live-Führungen vor der Vorstellung, die es den Besucher:innen ermöglichen, den Raum, die Darsteller:innen, die Kostüme und Objekte sowie die wichtigsten Bewegungselemente der Aufführung durch Berührung und eigene Bewegung zu erleben. Die Live-Audiodeskription wird von Lena Michaelis von Gravity Access Services Berlin durchgeführt. Unterstützt durch DIEHL+RITTER/TANZPAKT RECONNECT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR Hilfsprogramm Tanz.

Credits

Produktion: Michael Turinsky Verein für philosophische Praxis. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, Tanzquartier Wien. Unterstützt durch: Stadt Wien, BMKOES.

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