The Fragility and Richness of Being Alone

Im Rahmen von “Being Alone”

Mit Xiao Hai, Xiang Biao, Khuê Phạm, Kamila Naryesha, Sarah Diehl
Moderation: Dana Liu

  • Dialog
  • Musik
  • Performance
Englisch / 

Einsamkeit und Alleinsein werden häufig als individuelle emotionale Zustände verstanden, sind jedoch tief in soziale, ökonomische und kulturelle Bedingungen eingebettet. Erfahrungen von Isolation werden durch Prozesse wie Migration, Urbanisierung, prekäre Arbeitsverhältnisse und sich wandelnde Formen von Zugehörigkeit hervorgebracht. Zugleich kann das Alleinsein auch als bewusst gewählte Praxis erscheinen – als Form von Rückzug oder Selbstermächtigung.

“The Fragility and Richness of Being Alone” nimmt diese Spannbreite in den Blick und versteht Alleinsein als vielschichtiges Phänomen: Die eingeladenen Stimmen eröffnen dabei unterschiedliche Perspektiven auf individuelle Erfahrungen ebenso wie auf gesellschaftliche, ökonomische, wie digitale Strukturen, die Alleinsein hervorbringen, ermöglichen oder begrenzen. Im Zentrum stehen Fragen nach Zugehörigkeit, Intimität, sozialer Ungleichheit, algorithmischer Governance – und nach den ambivalenten Potenzialen des Rückzugs.

Den Auftakt des Abends macht Xiao Hai, eine prägende Figur der chinesischen Wanderarbeiter-Dichtung. Seit seinem 15. Lebensjahr arbeitet er in verschiedenen Großstädten am Fließband, auf Baustellen, in der Gastronomie und im Lieferservice. In der musikalischen Lesung seiner eigenen Gedichte ringen Lebensfreude und Aufbegehren mit der Härte seiner Arbeitsrealität. Im Anschluss reagiert Prof. Xiang Biao, Direktor des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung in Halle, in einem Gespräch auf die künstlerische Auseinandersetzung. Als Sozialanthropologe mit Schwerpunkten auf Migration, Mobilität, Arbeit und Transnationalismus tritt er anschließend in eine Diskussion mit der Journalistin und Schriftstellerin Khuê Phạm , der Kuratorin und Researcherin Kamila Naryesha sowie der Publizistin, Autorin und Kulturwissenschaftlerin Sarah Diehl. Die Veranstaltung wird durch eine anschließende Q&A-Session mit dem Publikum ergänzt.

Termine

Aktuell
Fr 29.5.2026, 20:00 / HAU1

Credits

Im Rahmen von “Being Alone – Artistic Perspectives from Central and East Asia and Beyond“, ein Projekt im Rahmen von “Solitude: Loneliness & Freedom”, einer Initiative der Goethe-Institute in Ost- und Zentralasien in Kooperation mit HAU Hebbel am Ufer. In kuratorischer Zusammenarbeit mit Wu Qi.

Spielorte

HAU1
Stresemannstraße 29, 10963 Berlin

Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus vorhanden. Zugang zum Parkett über separaten Eingang mit Lift möglich. Barrierefreie Sanitäranlagen vorhanden.

HAU3000 / Positionen, Projekte, Publikationen

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