Mit Matthias Löwenotter, Martin Steinicke (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin), Sarah Bashir (Universität Halle)
Moderation: Marcus Boxler
Im Rahmen von “PLAYMODE.EXE”
Begleitend zu den Aufführungen von Fantasia Malware findet in Kooperation mit der DKB Stiftung und Contemporary Arts Alliance Berlin ein Installations- und Diskursprogramm zur dynamischen Verschmelzung von Performance, Kunst und Gaming Culture statt. Gaming ist mehr als Unterhaltung – es ist künstlerische Ausdrucksform, gesellschaftlicher Spiegel und prägende Bildkultur zugleich. Das Programm zeigt, wie Künstler*innen Gaming-Ästhetiken und -Mechanismen in eine visuelle, gesellschaftskritische Sprache transformieren. Dafür wird das HAU3 in einen experimentellen Playground verwandelt, in dem Besucher*innen nicht nur zuschauen, sondern selbst in spielbare Welten eintauchen.
Das Panel versammelt Expert*innen, die Games aus kultur- und sozialwissenschaftlichen Perspektiven untersuchen. Im Mittelpunkt steht, wie Spiele gesellschaftliche Prozesse nicht nur abbilden, sondern aktiv modellieren: als Instrumente der Weltsimulation, der sozialen Interaktion, der politischen Einflussnahme und der Identitätsbildung. Wie können Games Mechanismen bereitstellen, mit denen Machtstrukturen erfahrbar, alternative Zukünfte erprobt und komplexe soziale Dynamiken spielerisch zugänglich gemacht werden? Jenseits der Unterhaltung werden Games hier als analytische, gestalterische und gesellschaftsprägende Werkzeuge betrachtet.
Matthias Löwenotter ist Playful Interaction-Designer und engagiert sich mit der Initiative Creative Gaming und dem “PLAY Festival” für einen künstlerischen und kreativen Einsatz von Spielen. Er leitet Workshops und Forschungsprojekte und veranstaltet Spielkultur-Events wie temporäre Escape-Games, XBox-Rock Battles oder den Global Game Jam mit dem Gamestorm Berlin e.V. Außerdem kuratiert er verschiedene Ausstellungen, leitet Spaziergänge in VR und co-organisiert zusammen mit A MAZE das Internationale Arthouse Games and Playful Media Festival. Seit 2014 koordiniert er die deutschen Aktivitäten der EU Code Week.
Martin Steinicke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und dort Teil der Forschungsgruppe “Creative Media”. Er hat das “WIR!-Bündnis Mixed Reality for Business” mitgegründet, um kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung und der Erschließung neuer Technologien zu unterstützen. Steinicke war außerdem an der Initialisierung des ViCAR-Netzwerks beteiligt und im DAAD-TNB-Projekt der German International University of Applied Sciences tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Anwendung von Spielkonzepten und -technologien sowie deren Synthese im digitalen spielbasierten Lernen. In seinem Kurs “Game & Interaction Design” begleitet er seine Studierenden auf der Reise zum eigenen (Lern-)Spiel.
Sarah Bashir ist Mitglied der Jury des Deutschen Computerspielpreises, Spielewissenschaftlerin und die Initiatorin des Circuit Lab, einem spielwissenschaftlichen Labor am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Universität Halle. Neben ihrem Studium der Medienwissenschaften arbeitete Bashir als wissenschaftliche Hilfskraft in einem staatlich geförderten Projekt, das sich unter anderem mit Bewertungspraktiken in der Musikindustrie befasste. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Produktionsstudien von Spielen sowie Medienarchäologie. Derzeit verfolgt sie ein Forschungsprojekt zur Produktion und Distribution von Independent-Videospielen.
Preis: 5 €
Eine Kooperation von HAU Hebbel am Ufer, CAA Berlin und DKB STIFTUNG. Ko-Kuration: Peggy Schoenegge (peer to space).
Das HAU3 ist leider nicht barrierefrei. Das Theater ist über das Treppenhaus erreichbar (3. Stock). Damit wir unter diesen Gegebenheiten optimalen Service bieten können, wenden Sie sich bitte an unser Ticketing- & Service-Team unter +49 (0)30 259004-27 oder per Email an tickets@hebbel-am-ufer.de.