Im Kontext der Pandemie traten politische und soziale Spannungen zunehmend offen zutage und machten gesellschaftliche Ungleichheiten – etwa entlang von Klassenverhältnissen und Diskriminierungserfahrungen – sichtbar. Ausgehend von einer kritischen Auseinandersetzung mit den Grenzen menschlicher Empathie hinterfragt die Videoarbeit “I understand” die verbreitete Annahme, sich in Lebensrealitäten hineinversetzen oder diese verstehen zu können, die nicht den eigenen entsprechen.
Im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung wurden öffentliche Versammlungen – auch in Berlin – zu Orten kollektiven Widerstands und der Reflexion über die eigene Position innerhalb gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Für Jingban, die im Frühjahr 2020 über ein Stipendium nach Berlin kam, verdichten sich darin fortdauernde Fragen nach Nähe und Distanz sowie nach der Verantwortung, für Erfahrungen einzustehen, die sich einem einfachen Verstehen entziehen.
Hao Jingban ist eine in Peking lebende Künstlerin. Ihre künstlerische Praxis basiert auf langfristigen Recherchen, in denen sie Archivmaterial, historische Untersuchungen und persönliche Erfahrungen miteinander verwebt. Sie untersucht, wie Bilder das kollektive Gedächtnis prägen und wie Subjektivität innerhalb sozialer und struktureller Rahmenbedingungen zum Ausdruck kommt.
Im Rahmen von “Being Alone - Artistic Perspectives from Central and East Asia and Beyond“, ein Projekt im Rahmen von “Solitude: Loneliness & Freedom”, einer Initiative der Goethe-Institute in Ost- und Zentralasien in Kooperation mit HAU Hebbel am Ufer. Kuratorischer Beitrag von Jenny Jiaying Chen. Mit freundlicher Genehmigung der*des Künstler*in und der Blindspot Gallery. Dank an Su Wei, Jiang Meng und Qu Chang.
Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus vorhanden. Barrierefreie Sanitäranlagen vorhanden. Es stehen vier Relaxed Seats in der ersten Reihe des HAU2 zur Verfügung.