Der Schwerpunkt “Being Alone – Artistic Perspectives from Central and East Asia and Beyond” wird von einer Ausstellung begleitet. Diese versammelt künstlerische Positionen, in welchen Einsamkeit nicht nur als individueller Zustand, sondern als vielschichtiges soziales, digitales und politisches Phänomen verstanden wird. Zwischen persönlicher Erfahrung und globalen Verflechtungen eröffnet sich ein Raum, in dem Alleinsein sowohl als Bruch als auch als Möglichkeit sichtbar wird.
Shahrizoda Ergasheva (Studio HAU2) begreift Einsamkeit als geteiltes Gefühl, das sich in den unscheinbaren Momenten des Alltags verdichtet und individuelle Erfahrungen miteinander verbindet.
Danil Usmanov (Studio HAU2) verlagert den Blick in eine soziale Realität, in der geografische Isolation und familiäre Trennung durch Arbeitsmigration das Aufwachsen von Kindern bestimmen.
Natalie Lo Lai Lai (Studio HAU2) versteht Alleinsein als einen stillen, widerständigen Prozess, der sich in Zyklen von Arbeit, Fürsorge und Transformation entfaltet.
Isaac Chong Wai (Foyer HAU2) untersucht die Darstellung von Emotionen und legt die Spannung zwischen authentischem Ausdruck und gesellschaftlicher Inszenierung von Trauer offen.
Thematisch knüpft Hao Jingban (Studio HAU2) daran an und reflektiert die Grenzen von Verständnis zwischen unterschiedlichen Lebensrealitäten, wobei persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Ereignisse in ein fragiles Verhältnis treten.
Kamila Narysheva (Studio HAU2) verschiebt den Fokus in den digitalen Raum, in dem Kommunikation durch algorithmische Eingriffe verzerrt wird und Nähe zunehmend prekär erscheint.
aaajiao (Studio HAU2) führt diese Perspektive weiter und zeigt, wie algorithmische Systeme Wahrnehmung, Empathie und soziale Beziehungen formen und Einsamkeit als strukturelle Bedingung einer vernetzten Welt hervorbringen.
Zudem werden 11 Kurzfilme aus dem internationalen KI-Wettbewerb “AIsolation” (Foyer HAU2) gezeigt. Die Arbeiten beleuchten kreativ Chancen, Risiken und ethische Fragen von KI und erkunden die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine sowie die Grenzen visueller Sprache.
Lina Machida (M40) führt den Blick von der strukturellen Ebene auf ihre persönliche Perspektive zurück, indem sie untersucht wie Einsamkeit aus der Erfahrung des Stotterns entsteht und sich im mühsamen Versuch der Kommunikation zwischen innerer Welt und äußerem Ausdruck an seine Grenzen stößt.