Spielplan

Michael Turinsky

Soiled

Im Rahmen von “NO LIMITS Festival Berlin” 

Tanz

Englische Lautsprache / ca. 70 Min.

Schmutzig, gelandet auf dem Erdboden und zugleich sehnsüchtig nach dem Ursprung im Wasser. Geschlüpft und schlüpfrig, Sonnenstrahlen kitzeln den Bauch. Was mag es bedeuten, in jenen, unter dem Beton der Zivilisation versiegelten, “niederen” Erfahrungsschichten die Kostbarkeit des Lebens zu erahnen?

Anschließend an persönliche, mit seiner körperlichen Behinderung verbundene Erfahrungen, entwirft Michael Turinsky vor dem Hintergrund des Anthropozäns eine Utopie des Menschlichen, die dem aufrechten, zivilisierten, endlos produktiven und gerade darin endlos destruktiven Körper einen bodennahen, zyklischen, pulsierenden und metabolischen Körper entgegen setzt. In “Soiled” wird ebendieser Körper als zutiefst menschlicher Körper behauptet – ein Körper, der die eigene Organizität lustvoll auskostet, ein Körper, der in den dunklen Pool früher Erinnerungen eintaucht und eben daraus das verbindende Milieu einer aufkeimenden, neuen Gemeinschaft schöpft.

 

Text in leichter Sprache

Soiled heißt übersetzt schmutzig.
In der heutigen Zeit müssen Menschen viel leisten.
Sie wollen viel erreichen.
Dabei nehmen sie keine Rücksicht auf die Erde und die Umwelt.
Und sie nehmen keine Rücksicht auf ihren eigenen Körper.
Wie könnte ein Zusammen·leben statt·dessen aussehen?
Und wie könnte ein anderer Umgang mit dem eigenen Körper aussehen?
In Kontakt mit dem Erd·boden.
Mit Wasser. Mit der Natur. 
Voller Lust.
Wie können wir uns selbst heilen?
Und so zu einer neuen Gemeinschaft finden?

Team

Choreografie: Michael Turinsky / Performer*innen, choreografische Mitarbeit: David Bloom, Sophia Neises, Liv Schellander / Musik: Tian Rotteveel / Audiodeskription: Monique Smith-McDowell / Bühne, Kostüm: Jenny Schleif / Licht, Technische Leitung: Benjamin Maier / Dramaturgische Beratung: Gabrielle Cram / Creative Collaborator: Tanja Erhart / Produktion: Anna Gräsel

Termine

  • Vergangen
    Mo 14.11.2022, 20:30 / HAU2
    Di 15.11.2022, 19:00 / HAU2
Hinweis:

Kombi-Ticket: 3 Veranstaltungen für 30,00 €, ermäßigt 20,00 € (frei wählbar 9.–19.11., nur für Veranstaltungen am HAU Hebbel am Ufer).

Im Anschluss an die Vorstellung am 14.11.: Artist Talk, Moderation: Astrid Kaminski

Für alle Besucher*innen, die mehr Bewegungsfreiheit und Bequemlichkeit brauchen, um der Vorstellung entspannt folgen zu können, stehen extra reservierte Sitzplätze (“alternative Sitzgelegenheiten”) in begrenzter Anzahl pro Vorstellung zur Verfügung. Für die Reservierungsanfrage der “alternativen Sitzgelegenheiten” wenden Sie sich an tickets@hebbel-am-ufer.de.

14.11., 19:30 und 15.11., 18:00: Tastführung
60 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung wird für blindes und sehbehindertes Publikum eine Tastführung angeboten. Dabei können die Besucher*innen das Bühnenbild ertasten und mit den Performenden in Kontakt treten. Die Tastführung kann nach Bedarf in deutscher oder englischer Sprache stattfinden und dauert maximal 30 Minuten.
Anmeldung bis 11.11. unter tickets@hebbel-am-ufer.de erwünscht 
 
Live-Audiodeskription
Während der Performance gibt es eine live Audiodeskription in englischer Sprache. Sie ist Teil des künstlerischen Konzepts und wird mit der Musik im Bühnenraum abgespielt. 
  
Besuchshinweis
Der erste Teil der Performance (ca. 25 Minuten) findet im Dunkeln statt. Später kommt beatlastige Musik zum Einsatz. Es gibt KEIN Stroboskoplicht. Die Performenden sind Oberkörper frei. Mit der Zeit verbreitet sich ein starker Geruch von Kürbiskernöl.

Credits

Produktion: Michael Turinsky / Verein für philosophische Praxis. Koproduktion: Kampnagel Hamburg, Tanzquartier Wien, HAU Hebbel am Ufer, PACT Zollverein Essen, Künstler*innenhaus Mousonturm, Hessisches Staatsballett im Rahmen der Tanzplattform Rhein-Main. Ermöglicht durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Gefördert von: Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz [Aventis Foundation, BHF BANK Stiftung, Crespo Foundation, Hans Erich und Marie Elfriede Dotter-Stiftung, Dr. Marschner Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main]. Mit Unterstützung durch Stadt Wien. Dank an: Gervasi Tanz Company.

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