Miet Warlop, die 2026 den belgischen Pavillon auf der Biennale in Venedig gestaltet, kommt mit ihrer kraftvollen Performance ans HAU zurück. Eine Mischung aus Konzert und Live-Wettkampf, einschließlich Kommentator*in und Cheerleader*in: Zwölf Performer*innen loten in einem hypnotisierenden Ritual mit Songtexten, Bildern und Gegenständen, Sauerstoff und Schweiß ihre Grenzen aus.
Auf Einladung des NTGent ist Miet Warlop die*der vierte Künstler*in, die*der für “Histoire(s) du Théâtre” ein Werk entwickelt hat – nach Milo Rau, Faustin Linyekula und Angélica Liddell. Was ist die Geschichte von Theatermacher*innen? Mit “One Song” formuliert Warlop eine Antwort, wie nur sie sie geben kann. Zwölf Performer*innen betreten die Bühne für ein hypnotisierendes Ritual über Abschied, Leben und Tod, Hoffnung und Wiederauferstehung.
In einer Mischung aus Konzert und Live-Wettkampf, einschließlich Kommentator*in und Cheerleader*in. wird das Vorübergehende zum Universellen und das Persönliche zu etwas Gemeinschaftlichen. Das ist der Subtext von “ONE SONG”: ein Song wird zum Sinnstifter einer ganzen Gesellschaft. Einheit in der Vielfalt.
Die zwölf Performer*innen gehen gemeinsam bis zum Äußersten: Mit Songtexten, Bildern und Gegenständen, Sauerstoff und Schweiß beschwören sie unsere Conditio humana. Immer von Neuem erheben sie sich, um ihre Grenzen auszuloten. Sie alle trotzen der Zeit und geben einem tiefen menschlichen Bedürfnis Ausdruck: der Suche nach dem Moment, in dem wir unseren denkenden Körper transzendieren können. “Aus dieser erschöpfenden Arbeit entsteht eine kraftvolle, fesselnde Musik, die vom Publikum triumphierend empfangen wird”, schreibt das französische Magazin “maze” nach der Premiere beim Festival d‘Avignon.
Die Vergangenheit ist die Gegenwart ist die Zukunft. Und als Menschen sind wir, gewollt oder ungewollt, Gladiator*innen im Kampf gegen die Zeit. Das Bedürfnis nach Gemeinschaft macht uns zu verletzlichen und tragischen Wesen zugleich. Verletzlich sind wir in unserer körperlichen Begrenztheit, trotz aller Anstrengungen, unseren Körper zu stärken. Und tragisch in unserer existenziellen Einsamkeit, die aus einem dem Menschen eigentümlichen Bewusstsein folgt.