Ali Chahrour

Told by My Mother

  • Performance
  • Tanz
Arabisch /  Mit englischen Übertiteln / 

Eine Hommage an Mütter, ihre Widerstandskraft und ihr Ringen: Inspiriert von seiner eigenen Familiengeschichte und den kollektiven Erinnerungen der libanesischen Bevölkerung erkundet Ali Chahrour die Kraft von Liebe und Zärtlichkeit im Angesicht von Verlust und Einsamkeit.

Nach “Iza Hawa” und “When I saw the Sea” zeigt das HAU Hebbel am Ufer nun auch die viel getourte Arbeit “Told by my Mother” von Ali Chahrour. Die 2021 entstandene Arbeit war auf internationalen Festivals und Bühnen zu sehen – und spielt nun zum letzten Mal – und das in Berlin. 

Ohne Beschönigungen entwirft der Tänzer und Choreograf Ali Chahrour ein unverfälschtes und tief bewegendes Porträt der Mütter des Libanon – eines Landes, das seit Jahren von Konflikten gezeichnet ist, von Angriffen Israels bedroht wird und unter dem Druck des benachbarten Syrien leidet. “Told by my Mother” ist in authentischen, intimen und zutiefst berührenden Geschichten verwurzelt – Geschichten von ikonischen Müttern und ihren Familien, von denen einige verstreut oder verschwunden sind. Es sind Erzählungen, die bewahrt werden, damit die Erinnerung weiterlebt und das gewürdigt wird, was geblieben ist.

Eine der drei zentralen Geschichten in Told by My Mother” erzählt von Ali Chahrours Tante Fatima, die 2015 ihren Sohn in Syrien verlor. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2018 suchte sie unermüdlich nach ihm, ohne jemals Gewissheit über sein Schicksal zu erlangen. 

“Ich glaube, dass meine Tante Fatima nicht an dem Krebs gestorben ist, der ihre Lunge zerfressen hat. Sie starb in dem Moment, als sie die Hoffnung verlor, ihren vermissten Sohn Hassan zu finden. Eine Obduktion hätte gezeigt, dass ihr Herz nicht mehr zwischen diesen mütterlichen Rippen lag,” sagt der Choreograf.

Die Live-Musik von Ali Hout und Abed Kobeissy (Percussion und Buzuq) greift die Lieder eben jener Familien auf, gesungen in Momenten der Trauer wie der Freude. So eröffnet sich dem Publikum eine lebendige Anthologie des kulturellen Erbes arabischer Volkslieder. In den mäandernden Liedern spiegelt sich der unendliche Schmerz von Frauen wider, die zugleich unerschütterliche Hoffnung und lähmende Angst in sich tragen. Und doch blitzen inmitten all des Leids Momente der Hoffnung auf. 

Team

Regie & Choreografie: Ali Chahrour / Darsteller: Hala Omran, Leila Chahrour, Abbas Al Mawla, Ali Hout, Abed Kobeissy, Ali Chahrour / Musik: Two or The Dragon: Ali Hout & Abed Kobeissy / Assistenz der Regie und Choreografie: Chadi Aoun / Produktion: Ali Chahrour / Produktionsleitung: Chadi Aoun & Christel Salem / Bühnenbild: Guillaume Tesson, Ali Chahrour / Lichtdesign & Technische Leitung: Guillaume Tesson / Lichtmanagement: Pol Seif / Tontechnik: Benoit Rave / Kommunikation: Chadi Aoun / Copywriting: Isabelle Aoun

Termine

Aktuell
  • Sa 6.6.2026, 20:00 / HAU2
  • So 7.6.2026, 20:00 / HAU2

17–29 €, ermäßigt 9–20 €

Credits

Ko-Produktion: Zoukak Theater, Arab Fund for Arts and Culture ”AFAC”, the Arab Arts Focus with the support of Stiftelsen, Studio Emad Eddin & Ford Foundation, Campania Teatro Festival, Saadallah & Lubna Khalil Foundation, Kunstfest Weimar, Zurich Theater Spektakel, Mahmoud Darwish Chair/Bozar. Unterstützt von: The French Institute of Beirut, Barzakh, Beit el Laffe, KED, Mezyan, T-Marbouta, Tawlet, Eid Press.

Spielorte

HAU2
Hallesches Ufer 34, 10963 Berlin

Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus vorhanden. Barrierefreie Sanitäranlagen vorhanden. Es stehen vier Relaxed Seats in der ersten Reihe des HAU2 zur Verfügung.

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